9/18/2017

MONTAGSFRAGE | Liest du nur Romane oder auch Comics, Manga etc.? Wenn ja, was reizt dich an gezeichneten Geschichten?



Ja, wir arbeiten uns langsam aber sicher wieder zu regelmäßigen Blogeinträgen auf dieser kleinen Plattform, die sich "Antonias persönlicher Literatur- und Lebensblog" schimpft (eigentlich schimpft sie sich das ja gar nicht, sondern heißt Lauter&Leise, weil es einfach nicht genug schlechte Wortspiele mit meinem Nachnamen auf dieser Welt gibt - aber an dieser Stelle ja eher nebensächlich). Der Anfang dieses Jahres ist und bleibt sehr organisations-lastig, deshalb müsst ihr verzeihen, dass ich momentan keine Beiträge schreibe wie eine strickbegeisterte Rentnerin Wollschals produziert (sehr schnell, sehr regelmäßig und massenhaft), sondern eher den vermeintlichen Elan einer halbvertrockneten Wasserfontäne Mitte August aufweise. 

Dabei verwende ich das Wort "vermeintlich" übrigens mit voller Absicht, denn ich war tatsächlich nicht (schreib)faul. Ich bereite momentan eine Reihe für den Blog vor und arbeite seit letzter Woche als fester Teil des Ensembles meines Universitätsmagazins mit (wer da alle zwei Wochen meine geistigen Ergüsse rund um das Thema Musik - ja, ganz was Neues, ich weiß - lesen will, der folge bitte diesem Link - dort gibt es mit definitiver Regelmäßigkeit Kolumnen und Artikel von mir - auf Englisch, seid gewarnt!). Aber wie dem auch sei. Es läuft an - ein bisschen schleppend, aber eben letztendlich nur ein bisschen. Leben ist echt zeitaufwendig, was will man machen? 

Zwischen all dem Englisch in meinem momentanen Leben (englisches Psychologie-Studium, English Literature Zweitstudium - fragt nicht, was mich da geritten hat, ich berichte später mal ausführlicher darüber -, Englisch als Sprache in der Beziehung, englischsprachige Kolumne und ungesunder English-Breakfast-Tea-Konsum) ist es eine sehr erfrischende Abwechslung, endlich auch mal wieder ein bisschen auf Deutsch zu bloggen. Glaubt mir, wenn ich sage, ich habe es echt ein bisschen vermisst. Mir fehlen die Schachtelsätze. Das tun sie wirklich.

Umso schöner ist es deshalb, dass ich mich bei der tollen Aktion von Buchfresserchen ein bisschen austoben kann, mit all den schönen Kommata und Klammern. Deshalb verliere ich nicht noch viel mehr Zeit und Zeile (Was ist das nur heute mit den verrückten Alliterations-Schwingungen?) und beantworte, nach sage und schreibe nur vier Absätzen (Länge ist relativ, Freunde), die dieswöchentliche Frage:


Liest du nur Romane oder auch Comics, Manga etc.? Wenn ja, was reizt dich an gezeichneten Geschichten?


Um den ersten Teil der Frage zu beantworten: Ja, durchaus, aber leider viel zu selten. Ich mag Manga, ich lese von Zeit zu Zeit welche, aber es könnten durchaus mehr sein. Wieso sind sie das nun nicht? In erster Linie, weil ich für die Lektüre von Manga einfach in der Stimmung sein muss - wie auch für Comics. Denn das, was mich in erster Linie an ihnen reizt, um gleich zum zweiten Teil der Frage zu kommen, nämlich die Komplexität der meisten Geschichten und der Stil, der sich vom klassischen Roman durchaus abhebt, sehr reizvoll ist. Aber ich muss eben auch genug Lust (lese: Lust an der Grenze zur ungesunden Obsession) dazu haben. 

Dasselbe gilt übrigens auch für sehr viele andere Bereiche in meinem Leben. Ich habe einfach Wochen, da beschäftige ich mich sechzehn Stunden am Tag mit Leonardo Da Vinci (großer Fan) oder der kompletten Bandgeschichte von My Chemical Romance (ebenfalls großer Fan) oder dem südkoreanischen Bildungssystem oder der Ermordung der russischen Zarenfamilie und nach zwei Wochen, wenn ich dann extrem viel unnützes Wissen in meinem Kopf gesammelt habe, ziehe ich zum nächsten Thema weiter, nur um irgendwann wieder einmal dort zu landen. Und so verhält sich das bei mir auch mit der Thematik Manga oder Comic. Es gibt zu viele Informationen über Leonardo Da Vinci in meinem Kopf, genauso wie es zu viele Informationen über die Kindheit von Tony Stark in meinem Kopf gibt. Es muss einfach passen, weil ich bei diesen Dingen entweder auf null oder einhundert Prozent gehe - nie dazwischen.

Ich möchte aber noch einmal einen kurzen Augenmerk auf ein weiteres Genre legen, dass ich tatsächlich - und vollkommen unbegründet! - viel zu selten in die Hand nehme. Und zwar Graphic Novels. Es tut mir wirklich in der Seele weh, dass ich a) viel zu wenig Platz in meinen Bücherregalen und b) viel zu wenig Geld auf meinem Konto habe, um eine eigene Graphic Novel-Sammlung anzulegen (ein Zustand, der, sobald ich irgendwann mal ein geregeltes Einkommen besitze, mit sofortiger Wirkung revidiert wird). Dieser Punkt trifft auch in großen Teilen auf Comics und Manga zu. Ich hätte gern eine größere Ansammlung - aber das in dem Ausmaß umzusetzen, in dem ich es gern umsetzen würde, ist finanziell und logistisch einfach momentan noch nicht möglich.

Der Grund für meine momentan noch schlafende Sammelleidenschaft für (vor allem) Graphic Novels, aber eben auch Comic und Manga ist, dass sie eben eine ganz besondere Form von Kunst sind. Ich bin zwar immer noch leidenschaftlicher Verfechter des geschriebenen Wortes, aber ich habe auch wirklich ein Ding für Fotografie oder Malerei. Und es reizt mich sehr, wie diese Genres das Visuelle und das Schriftliche so miteinander verbinden und etwas ganz eigenes aus beidem machen. Das sind keine Gemälde, denn die sind ja auf einer Seite - sozusagen - abgeschlossen. Und es sind auch keine rein niedergeschriebenen Erzählungen, denn denen fehlt ja die Gestaltung dazu. Und es ist faszinierend, dass, wenn man beides zusammennimmt, etwas vollkommen anderes dabei herauskommt. Ein Manga funktioniert vollkommen anders als ein Roman, genauso wie ein Comic - und selbst eine Graphic Novel, die noch am nächsten daran angelehnt ist, hat irgendwie etwas ganz eigenes. 

Ich finde es, zusammenfassend gesagt, einfach toll, wie verschiedene Menschen verschiedene Arten haben Geschichten zu erzählen - sei das mit reinem Text oder einem Gemälde oder einer Verbindung aus beidem. Das reizt mich vor allem an diesen "gezeichneten Geschichten." Ihre Originalität im Angesicht der Verbindung zweier Kunstformen. 



Soviel zu der heutigen Montagsfrage. Habt ihr auch eine Meinung dazu? Dann solltet ihr dringlichst auf dem Blog von Buchfresserchen vorbeischauen und ebenfalls euren Senf dazu abgeben. Hier gelangt ihr zur aktuellen Montagsfrage. Ich wünsche allen Mitlesern und Mitbeantwortern viel Spaß und freue mich bereits auf die nächste Montagsfrage (und zukünftig generell mehr Posts - wir arbeiten langsam darauf hin).

Bis dato alles Liebe, ich verabschiede mich damit offiziell in meinen Feierabend.

Antonia
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9/04/2017

MONTAGSFRAGE | Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen? (Offene Montagsfrage)



Die erste volle Septemberwoche ist mit dem heutigen Montag angebrochen und damit auch das zweite Jahr meines Psychologie-Studiums. Seit Freitag geistere ich also wieder durch die herbstlich-verregneten Niederlanden (wie habe ich es vermisst - Herbst ist meine absolute Lieblingsjahreszeit) und seit gestern kann man doch tatsächlich wieder ganze Schrittfolgen in meinem Zimmer machen, nachdem ich alle Koffer ausgeräumt hatte. Montag ist mein Vorlesungs-, Praktika- und Arbeitsgruppen-freier Tag und deshalb kann ich den nun wieder laufenden Blog ganz genüsslich mit einer - heute offenen (also frei wählbaren, für alle, die schon immer mal eine originale Antonia-Definition des Wortes "offen" haben wollten) Montagsfrage starten.

Wer sich an dieser Stelle fragt, was ich den Sommer über getrieben habe, der muss sich bis morgen begnügen. Der Niederländisch für Anfänger-Post wird - so habe ich entschieden - ein Sommerreise-Über/Rückblick (tolle Wortkombi, ich weiß). Nur so viel: Zwei Wochen Griechenland mit meinem Freund und seiner fast ausschließlich auf italienisch kommunizierenden Familie (super nett, aber ich spreche kein Wort Italienisch) und ich sehe immer noch aus wie Meißner Porzellan. Prost!


Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen?


Da ich ja von besagter Reise gerade wiedergekommen bin, fand ich diese Frage passend um den Europa/Weltenbummler-Kreis meiner diesjährigen Sommerferien zu schließen. Welche Bücher würde ich also mitnehmen, würde ich mich noch einmal auf eine Reise begeben? Die Liste sieht wie folgt aus:

1. A Midsummer Night's Dream von William Shakespeare
- weil jeder Urlaub von mir braucht ein gutes Drama

2. Confessions of an English Opium-Eater and Other Writings von Thomas De Quincey
- weil jeder Urlaub braucht eine Biographie (es war ganz knapp zwischen dem und Morriseys "Biography", aber Confessions of an English Opium-Eater steht jetzt schon eine Weile auf meiner Liste)

3. Der Distelfink von Donna Tartt
- weil unheimlich gutes Buch, das ich bisher nur anlesen konnte

4. Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern
- weil ebenfalls unheimlich gutes Buch, das ich bisher nie beendet habe (und weil Fantasy)

5. Was die Spiegel wissen von Maggie Stiefvater
- weil ich im Urlaub bin und deshalb zwei Mal Fantasy voll okay ist

In meinem letzten Urlaub habe ich The Unbearable Lightness of Being gelesen, ein unheimlich gutes Buch, was mich schwer bewegt, aber auch ziemlich gedrückt hat, da es - meiner Meinung nach - eine sehr banale Grausamkeit des Daseins darstellt. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob ich mich an Confessions of an English Opium-Eater im nächsten Urlaub wagen würde, da Opium-Abhängigkeit nun nicht so das leichteste Thema auf diesem Planeten Erde ist und ich eigentlich momentan lesetechnisch wirklich etwas "leichtes" brauche. Ansonsten ist das die Liste für meinen nächsten Urlaub, beziehungsweise auch die Liste der Bücher, die ich eigentlich als nächstes angehen (und dann hoffentlich bald auch wieder rezensieren) will. 

Momentan wird bei mir gar nicht gelesen, sondern gehört - und zwar "Der Junge muss an die frische Luft" von Hape Kerkeling. Das ist nach "Ich bin dann mal weg" das zweite Hörbuch, das ich von ihm, nun ja... höre - und ich bin sehr begeistert, auch wenn es neben sehr viel Witz auch überraschend schwere Themen anschneidet. Ich bin jetzt fast zur Hälfte durch damit und schon sehr gespannt, wie es weiter geht. Also nicht spoilern!

Das war sie also, die heutige Montagsfrage und mein Start in Woche/September/neues Studienjahr. Morgen gibt es den Sommerrückblick und dann wieder Blogbeiträge mit mehr Regelmäßigkeit! (Versprochen. Jetzt aber wirklich.)

Alles Liebe,
Antonia

P.S.: Wer auch die Montagsfrage von Buchfresserchen beantworten möchte, der sollte hier mal beim aktuellen Beitrag vorbeischauen. Tolle Aktion, die ich gern nach meiner Pause wieder aufnehme, die Fragen sind immer sehr beantwortenswert (Ein Wort, das bisher nicht existiert hat, nun aber da ist. Was will man machen?).
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7/25/2017

MONTAGSFRAGE | Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?


(Mir ist gerade bewusst geworden, dass es bereits Dienstag ist und ich somit einen Tag zu spät mit der Montagsfrage. Ferien bringen meine Wochentage echt aus dem Konzept.)

Ja, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Wie durch Zauberhand habe ich die Paperabgabe (Ich habe keine Worte dafür, wie sehr ich bei Papern immer prokrastiniere — das letzte beinhaltet ein Robbie Williams-Konzert am Vortag, einen oder zwei Nervenzusammenbrüche und eine am Abend davor begonnene Literaturrecherche. Es ist mir ein Rätsel, warum ich das bildungstechnische Vorbild mancher Menschen bin.) überlebt. Und bin nach dem Besuch meiner kleinen Cousine in den Niederlanden, dem Besuch meiner Wenigkeit in Paris (Es kommt die Woche noch ein Beitrag über Paris, aber ich fahre heute weiter nach London und mir wurde mehr oder weniger sacht verboten einen Laptop mitzunehmen, an dem ich arbeiten kann, deshalb wird das vor Samstag Morgen nichts.) und meiner anschließenden Woche Lesen/Traurige Liebesgedichte über Fernbeziehungen schreiben/Versuchen wieder mit meinen beleidigten Katzen zu kuscheln wieder zurück im Bloggerleben.

Die letzten paar Monate, in denen ich mich nicht gemeldet habe, lassen sich wie folgt zusammenfassen: Ich habe mein Studium bestanden. Es war anstrengend. Ich habe ungefähr zehn Jahre meines Lebens verloren, bei dem Stress, den ich damit hatte. Unter anderem deshalb dachte ich, ich steige heute mit etwas leichtem ein und siehe da, mir wurde ein Thema geschenkt, das besser nicht hätte sein können. Ohne viele Umschweife deshalb: Buchfresserchens Montagsfrage. (Oh, es ist gut wieder zurück zu sein.)


Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?


Es ist bereits das zweite Mal, dass ich diese Frage lese und mir kommen bereits zum zweiten Mal die Tränen. Zum einen, weil step aside, der Meister der nicht-heterosexuellen Literatur ist da und zum anderen, weil ich über dieses Thema — wortwörtlich — Romane schreiben könnte (jeder einzelne meiner Freunde, der mit meinem Buch bekannt ist, lacht hoffentlich jetzt herzlich) und irgend ein Genie — ich, ich habe die Karten gebucht — die Idee hatte, dass es eine gute Sache wäre, einen Zug nach London auf halb 8 zu buchen und einen Beitrag und eine ausführliche Nachricht bis zum Morgen vorher aufzuschieben (Wieso bin ich so?). Denn was kann schon für ein Thema kommen, über das du eine unheimlich spezifizierte Meinung hast, Antonia?

Ich möchte zuerst meine eigenen Erfahrungen mit Gay Romance zum besten geben: Die da wären vor allem Fanfiction und ein kleines bisschen Anime und Manga-Krams. Dazu sollte ich allerdings sagen: Ich verbringe definitiv viel zu viel Zeit mit dem Lesen von Fanfictions, bei denen schwule Paare eine Norm sind, aber die romantische/sexuelle Komponente daran fand ich persönlich immer okay, aber nie das Wichtigste. (Ich bin nicht so der Romantiker, auch wenn ich tatsächlich überraschend viele Liebesgedichte in letzter Zeit geschrieben habe. Beziehungen sind was Tolles.)

Die Darstellung von nicht-heterosexuellen Beziehungen in Prosa wiederum ist etwas, das ist selbst gar nicht so viel lese. Und dafür gibt es einen einzelnen Grund: Es gibt nicht sonderlich viel Darstellung von normalen, nicht-heterosexuellen Beziehungen in Prosa (im Gegensatz zu nicht-heterosexuellen Paaren in Fanfictions). Und wenn es die Darstellung gibt, dann zumeist in Literatur der letzten zehn Jahre. Und das stört mich enorm. Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, die sich mit dem Thema der Homosexualität teilweise auseinandersetzen, und besonders empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang die Percy Jackson-Bücher und Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums. Aber das Thema der offenen Homosexualität in Büchern ist eines, das sich in den Main-Stream-Büchern/Medien im Allgemeinen erst in jüngster Zeit wirklich entwickelt hat. Und selbst bei der Darstellung, gibt es noch Probleme (abgesehen davon, dass wir zu wenig davon haben).

Das Hauptproblem ist, dass bei Gay Romance eben nicht nur Romance im Vordergrund steht, sondern eben auch das Gay. Und das zweite ist, dass gleich danach Romance im Vordergrund steht. Was, denkt sich jetzt vielleicht der ein oder andere Leser, ist nun eigentlich genau mein Problem? Was, wenn nicht Gay Romance, soll den nun bei Gay Romance im Vordergrund stehen? Und aha, denkt sich jetzt der aufmerksame Leser, Antonia hat ein Problem mit dem Begriff Gay Romance. Und ja, genau so ist es. Ich mag den Begriff Gay Romance überhaupt nicht, weil Geschichten mit homosexuellen Charakteren eben oft (nicht grundsätzlich, aber oft) darauf reduziert werden — auf die Beziehung und auf die Sexualität. Gebt mir einen homosexuellen Hauptcharakter einer Fantasy-Buchreihe, gottverdammt! Eine asexuelle Detektivin! Ein pansexuellen Sternekoch, der in der Hierarchie der Küche ums Überleben kämpfen muss (das ist sehr spezifisch, aber trotzdem)! 

Ich war noch nie ein großer Fan vom Romance-Genre (das ist aber mehr persönliche Präferenz) und die Tatsache, dass Gay Romance überhaupt eine Abspaltung ist und nicht einfach das gottverdammt selbe, stört mich an sich schon. Aber dass Homosexualität in Büchern eben immer noch diesen Er/Sie ist schwul/lesbisch, also muss die Liebesgeschichte im Vordergrund stehen-Beigeschmack hat, stört mich noch viel mehr. Natürlich habe ich kein Problem damit, wenn jemand eine Liebesgeschichte über einen schwulen oder bisexuellen oder pansexuellen oder sonst-wie-anders-sexuellen Charakter verfasst. Aber wieso tut sich die Buchwelt manchmal immer noch so schwer, die sexuelle Vielfalt mit ihrer Normalität zu zelebrieren? Wenn ich meinen Hauptcharakter im Buch beschreibe, dann kommen ausführliche Familiengeschichten und verrückte Eigenschaften und Eigenarten und Fähigkeiten und Ängste und Hoffnungen und Träume und irgendwann ganz am Ende erst eine Randbemerkung über die Sexualität — das handhabe ich gleich mit jedem anderen hetero- oder nicht-heterosexuellen Charakter. Weil es so viele Geschichten über die Vielfalt von heterosexuellen Hauptcharakteren gibt und allem daneben meist nur der Nebencharakter und/oder die Liebesgeschichte bleibt. Wir würden doch nie sagen: "Der heterosexuelle Zauberer Harry Potter." — wieso sollten wir denn die Sexualität vor die eigentliche Essenz der Geschichte setzen? Richtig.

Ich könnte wirklich noch Stunden über Stunden Abhandlungen über die Wichtigkeit von sexueller Vielfalt in der Literatur und vor allem einem normalen Umgang damit schreiben. Aber ich glaube, damit ist es ganz gut auf den Punkt gebracht. Welche Erfahrungen habe ich also mit Gay Romance? Mit dem Genre an sich nicht sonderlich viele, mit Literatur, die nicht-heterosexuelle Menschen beinhaltet schon mehr. Was reizt mich, was stößt mich ab? Mich reizt an Romance nicht wirklich etwas, an Literatur mit nicht-heterosexuellen Menschen dafür viel. Vor allem die vielen Schritte, die wir schon auf die Normalität dessen hingegangen sind. Abstoßen tut mich allerhöchstens die Umsetzung, die sich eben bei nicht-heterosexueller Darstellung oft ausschließlich auf die Romantik bezieht und nicht weiter schaut. (Ernsthaft, Rick Riordan ist da wirklich ein absoluter Visionär — wen das genauso stört wie mich, der sollte anfangen, Percy Jackson zu lesen.) Und persönliche Lesetips habe ich bei Gay Romance nicht wirklich (es sei denn man will Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums irgendwie in dieses Genre zählen), ansonsten kann ich aber wärmstens die Percy Jackson-Reihe und vor allem die Nachfolger (Helden des Olymp ist ein Geschenk des Himmels) empfehlen. 




Damit verabschiede ich mich nun erst einmal in Richtung Küche (weil Kaffee) und Bahnhof (weil Zug). Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche, hoffe, dass die deutsche Bahn heute keinen Stress macht, und melde mich dann (hoffentlich) Samstag mit meinem Bookish Paris-Post.

Beste Grüße und schreibt mehr Literatur mit nicht-heterosexuellen (Haupt-)Charakteren!
— Antonia


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5/10/2017

NIEDERLÄNDISCH FÜR ANFÄNGER No. 19 | Maipokalypse




Maipokalypse

— Der richtige Begriff für das, was im Mai (und vergangenen April) bisher an Prüfungen, Abgabeterminen und Eindrücken auf Antonia eingeprasselt ist und in Zukunft noch auf sie einprasseln wird. Wer die Maipokalypse überlegt, wird in die Jundyssee überführt und im Bye, ich bin so erschöpft, dass mir für Juli nicht mal mehr ein lustiges Wortspiel einfällt mit Sommerferien belohnt. (Zusammengefasst: Die letzten Aprilwochen waren hart, die erste Maiwoche war härter und jetzt gibt es wieder regelmäßiger Niederländisch für Anfänger-Posts.)



Freitag, 05-05-2017 | Nerds & Narnia

Würde ich meinem 11-jährigen Ich genau eine Sache über mein jetziges Leben sagen können, dann wäre es wahrscheinlich schlicht und ergreifend der Satz: "Antonia, du verbringst deine Wochenenden mit Narnia-Themenabenden, wenn du 18 bist." - das hätte mir definitiv die Gewissheit gegeben, dass ich zu genau der Art von Nerd heranwachse, der ich immer sein wollte.

Dabei kann ich mich gar nicht mehr genau daran erinnern, wie sich das mit dem Narnia-Themenabend ergeben hat. Nur, dass er plötzlich auf Freitag Abend lag und damit anfing, dass meine Freundin Louisa und ich halb keuchend vor Lachen meine extrem steile Haustreppe mit zwei bis zum Rand gefüllten Tassen Kakao hochgekrochen sind, weil... Na ja, wir haben einen sich sehr ergänzenden Humor. Louisa ist sozusagen der Phil zu meinem Dan. Ihr würdet sie mögen, sie ist einer der lustigsten Menschen, die ich kenne. (Der Abend baute sich eigentlich komplett um unser Vorhaben, uns irgendwie zu verkleiden, wobei Louisa dafür plädierte, sich einfach nicht die Beine zu rasieren und als Herr Tumnus zu gehen. Dazu kam es letztendlich nicht, weil a) ich keine Verkleidung hatte und eine Verkleidung alleine auch blöd ist und b) wir beide zu wenig trinken um unsere Freundschaft auf die Oberkörperfreier-James-McAvoy-als-Faun-Ebene gelangen zu lassen.) (Das Zweitwildeste, was uns nach der Faun-Idee jemals passiert ist, war das eine Mal, als wir uns einen Flammkuchen geteilt haben und ich beim Schneiden ein Viertel vom Flammkuchen durch das Restaurant geschmissen habe, weil ich zu passioniert geschnitten habe, und Louisa ihn mitten in der Luft gefangen hat.) (Ihr merkt, mein Leben ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle.) (Aber wirklich, Louisa und ich haben eine Freundschaft, die praktisch eine permanente Aneinanderreihung von Memes ist.) 

Letztendlich war das einzig wirklich Themenbezogene an diesem Abend die Tatsache, dass wir türkischen Honig zusammen mit Kakao gegessen haben. Der Rest war zwei von drei Filmen, weil wir danach zu müde waren und den dritten auf den nächsten Tag verschoben haben und ich, wie ich den kompletten ersten Teil hindurch alle fünf Minuten meinen Fernseher wegen Edmund angeschrieen habe. Bei Narnia verstehe ich keinen Spaß. (Und Edmund ist für mich die absolute Verkörperung des Antichristen im ersten Teil. Ich habe den kompletten zweiten und die Hälfte vom dritten Teil gebraucht, um Edmund wieder zu mögen.)

Samstag & Sonntag, 06-05-2017/07-05-2017 | Oh du liebes Ohr

Nachdem wir das Wochenende mit einer Verlängerung unseres Narnia-Abends eingeläutet haben und sich deshalb der Samstag so ziemlich unproduktiv weiterentwickelt hat, habe ich tatsächlich Samstag Abend mein Buch aufgenommen und angefangen, meine Zusammenfassung für den Behavior & Environment-Kurs zu schreiben. Ein ganzes Kapitel habe ich am Wochenende fertiggestellt (und das ist ziemlich gut, weil ich damit über meiner eigenen Zeitvorlage liege und das bisherige Studienjahr aus persönlichen Gründen mehr als unproduktiv war).

Grund dafür war eher sekundär meine neugewonnene Motivation (obwohl die mich hoffentlich in Zukunft noch weiter antreiben wird), sondern vor allem die Tatsache, dass sich mein Pizza-Buddy Nike (Samstag ist Pizza-Tag) am Ohr verletzt hat. Ja, richtig. Nike ist auf ihr Ohr gefallen und saß deshalb Samstag Abend Zuhause und hat es gekühlt. Nikes Ohr geht es mittlerweile (Stand Mittwoch) übrigens auch wieder besser und der kommende Pizza-Samstag ist nicht gefährdet. (Nike würdet ihr übrigens auch sehr mögen; ich habe insgesamt einen sehr mögenswerten Freundeskreis, auch wenn ich an dieser Stelle natürlich gebiast bin.)

Das war es übrigens auch schon vom Wochenende. Ich weiß, bei mir geht die Luzie wirklich ab. Filme zum Frühstück. Unfälle mit involvierten Gehör-Organen. Es war wild. (An dieser Stelle erwähne ich meine klassischen Queen-Tanzeinlagen zwischen dem Zusammenfassung-Schreiben nicht, die sind wirklich wild. Bewegung ist wichtig und Queen ist mein Leben. Don't judge.)

Montag, 08-05-2017 | Richtungen sind überbewertet

Ich habe  ja in meinem Leben schon eine ganze Menge gemacht, aber aus einer Studie bin ich auch noch nicht geflogen. Wer an dieser Stelle nun ein Bild im Kopf hat, wie ich ein fMRI-Gerät demoliere und einen armen Master-Studenten mit einem Klappstuhl abwerfe, der fehlt weit. Hat jetzt aber wenigstens ein lustiges Kopfkino. You're welcome.

Nein, das wäre ja alles viel zu mainstream für mich einzigartige Schneeflocke im Frühling des Universums. Ich bin einfach nur eine Niete mit rechts und links. Jetzt ist es raus: Ich habe eine Rechts/Links-Schwäche, die mich nun eine Experimentteilnahme gekostet hat. Nun wurde ich nicht von einem wütenden Wissenschaftler rausgeschmissen, sondern wir haben beide ganz gesittet festgestellt, dass meine Talente offensichtlich anderswo liegen als beim "rechts"/"link" angeben. Wirklich. Nach dem dritten Versuch der Proberunde war es einfach nur noch bitter.

Der Rest des Tages bestand dann aus einem Trost-Salat aus der universitären Salatbar von mir für mich und sehr viel Fahrradfahren (16km von einem Ort und Termin zum nächsten) und einer Stunde Schwimmen mit meiner Freundin Kira. Und einem Abstecher zu McDonald's, weil wir nach dem Schwimmen Hunger hatten. (Gesunder Lebensstil kann ich.) So viel zum Montag, eigentlich relativer Durchschnitt (casual 16km mit dem Fahrrad durch meine Unistadt radeln), aber was wäre Niederländisch für Anfänger ohne die Zelebration des Durchschnitts? (Eigentlich wollte ich nur das hypothetische Bild niederschreiben, dass ich jemanden mit einem Klappstuhl abgeworfen habe - aber das mit der Zelebration klang besser.)

Dienstag, 09-05-2017 | Call me Justin

Wer in letzter Zeit meinen Instagram-Account verfolgt hat (@lauterundleise - ich poste dort regelmäßiger, also könnt ihr ruhig mal vorbeischauen) oder die letzten Niederländisch für Anfänger-Posts gelesen hat (bless you), dem ist vielleicht schon zu Ohren gekommen, dass ich den letzten Monat über jeden Dienstag Abend dreieinhalb Stunden lang einen Public Speaking-Kurs hatte. (Ja, Weltherrschaft und so weiter, irgendwo muss man ja anfangen.) Nun hat dieser Public Speaking-Kurs gestern sein Ende gefunden und ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich in Debattieren und Inpro-Reden verliebt habe. Kinder. Wirklich. (Jeder braucht ein Hobby.)

Gestern war nun der Abschluss, der aus der Simulation einer Bilderberger-Konferenz bestand (dieser Wikipedia-Artikel gibt euch einen Überblick darüber, was das genau ist) - also im Prinzip ein Zusammentreffen von einflussreichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, und Co., die über ein Problem diskutieren und am besten zu einer Lösung kommen sollen. Unser Problem, bzw. unsere Frage, war: "Soll in Nordkorea eingegriffen werden?" - dann bekommt jeder eine Rolle (also eine einflussreiche Person, die er darstellt) und ein dazugehöriges Infoblatt, in dem die Positionen der Person stehen, also was sie durchsetzen will, was ihre Interessen zu den einzelnen Punkten sind etc. pp.

Ich war gestern also für dreieinhalb Stunden der kanadische Premierminister Justin Trudeau, habe mich mit meiner Freundin Janina (aka François Hollande) und einigen anderen (dem König von Belgien, dem König von Spanien, dem CEO von Amazon, China und dem CEO von Airbus) verbündet und mit - unter anderem Angela Merkel, Donald Trump, Donald Tusk und den Nestlé-CEO  - über dieses Thema diskutiert. Ich würde gern in Zukunft noch einmal einen extra ausführlichen Beitrag über Public Speaking/Aus-Der-Eigenen-Blase-Rauskommen verfassen, da das in diesem Post viel zu lang werden würde, aber einige Erkenntnisse des letzten Abends:

— Es ist niemals nicht lustig, als Justin Trudeau angesprochen zu werden, wenn du eine 18-Jährige Blondine mit einer großen schwarzen Brille bist
— Ich wurde in der Pause von anderen Debatten-Teilnehmern um Autogramme gebeten (jeder mag Justin Trudeau, wirklich - jeder.)
— Ich habe meine Freundin Janina noch nie so abrupt schreien gehört, wie in dem Moment als sie Donald Trump werden sollte
— Stellt euch das innerlich befriedigendste Gefühl vor, das ihr jemals hattet - alle drei Zielpunkte von eurem Infoblatt in das letztendlich von den Teilnehmern geschriebene und bestätigte Schriftstück reinzubringen ist ungefähr zehn Mal besser
— Ich bin jetzt definitiv Debatten-Süchtig - wer von euch einmal die Gelegenheit an einer Teilnahme von etwas hat, das auf so etwas hinführt, sollte sie nützen; Public Speaking macht süchtig



Mein Laptop meldet sich nun mit einer "Batterie fast alle"-Meldung und ich kann ihm an dieser Stelle nur zustimmen (Kira und ich waren heute wieder schwimmen, dieses Mal aber ohne McDonald's) und ich freue mich nun, dass ich nach der Beendigung dieses Posts glücklich und zufrieden ins Bett fallen kann. Im Mai kommt bei mir momentan sehr viel zusammen, weshalb ich die letzten zwei Wochen nicht geupdated, sondern mich auf die Uni und mein Privatleben konzentriert habe. Ich versuche jetzt wieder regelmäßiger zu schreiben, aber falls mal wieder Flaute ist, dann geht einfach davon aus, dass ich weinend über meinem Statistikbuch im Wandschrank liege.

(Und wer heute Rechtschreibfehler im Post findet, darf sie behalten, ich wurde gerade zu 40 Bahnen  Schwimmen genötigt und danach gab es keine Pommes.) (Das Leben ist hart, ich weiß.)

Liebe Grüße und einen - nachträglich - guten Start in den Mai!
Antonia

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4/19/2017

NIEDERLÄNDISCH FÜR ANFÄNGER No.18 | Ostereier-Dinosaurier-Apokalypse





Ostereier-Dinosaurier-Apokalypse
(ˈoːstɐʔaɪ̯ɐdinoˈzaʊ̯ʀi̯ɐapokaˈlʏpsə ; Os|ter|ei|er-Di|no|sau|ri|er-Apo|ka|lyp|se)

— Eine Bezeichnung, mit der Antonia ganz bestimmt an irgendeinem Punkt ihres Lebens einen sehr realistischen Prompt für eine Sprachübung im Public Speaking-Kurs anfängt. Etwas, das wahrscheinlich nie passiert ist. Etwas, wegen dessen purer Existenz die Gründung einer Selbsthilfegruppe für angehende Schriftsteller, losgelassen in die Öffentlichkeit mit der Möglichkeit der Geschichtenerfindung, angemessen wäre.




Mittwoch, 12-04-17 | Osterferien WANTED


Es gibt ja wirklich Tage, nach denen man mit Fug und Recht behaupten kann, man hat sich die vier Tage verlängertes Wochenende, a.k.a.: Osterferien für Arme, so richtig verdient. Heute war definitiv so ein Tag. Von Morgens bis Abends von einem Termin und Seminar und Treffen zum nächsten und irgendwie hat sich sowieso die ganze Welt gegen einen verschworen. Da darf man schon mal um 9 nach Hause kommen und den restlichen Abend nur noch apathisch ins Bett fallen. Morgen geht's dann also nach Hause, der Koffer ist bereits gepackt (dazu fehlte mir eigentlich auch die Motivation, aber meine beste Freundin hat mich diesbezüglich ein bisschen angespornt) und ich bin wortwörtlich kopfleer. Augen auf und Lampe an oder Augen zu und Lampe aus - Hauptsache Schlaf. Ist jetzt verdient.

Und bevor ich es vergesse: Da der Public Speaking-Kurs Dienstag Abend immer relativ lang geht und ich davor meist die Veröffentlichung von Niederländisch für Anfänger nicht schaffe, schiebe ich die nun ganz frech auf den Mittwoch. (Antonia, du Schelm, du)

Donnerstag, 13-04-17 | Oster-Odyssee  


Ich hatte gerade eine der außergewöhnlichsten Zugfahrten meines Lebens (beziehungsweise, ich bin noch dabei, noch eine Stunde bis Thüringen). Da ich über Ostern einige Tage frei habe und mein kompletter nijmegener Freundeskreis (Außer Nike. Sorry, Nike) sich für das Wochenende aus der Stadt verabschiedet hat, habe ich mich entschlossen, ebenfalls nach Hause zu fahren. Die Deutsche Bahn hat ja ein ganz besonderes Verhältnis zu Festtagen und deshalb war ich seelisch und moralisch schon auf eine wilde Fahrt eingestellt. Aber immer wenn man denkt, man wird nicht mehr überrascht, tja, wird man überrascht.

Die Zugfahrt verlief exakt 13 Minuten nach Plan. Von Nijmegen aus nach Arnhem alles tutti, dann sollte es planmäßig mit einem ICE weiter nach Frankfurt gehen. Besondere Betonung in diesem Falle auf "planmäßig". Denn, philosophisch betrachtet, was im Leben läuft überhaupt planmäßig? Meine Weiterfahrt nach Frankfurt Hauptbahnhof heute auf jeden Fall schon mal nicht. Schienenersatzverkehr bis Duisburg, wo man dann ausgesetzt und der Wildnis des feiertäglichen Zugbetriebs überlassen wird. Dazu keine Ausschilderung am Arnhemer Hauptbahnhof wo die Schienenersatzverkehr-Busse parken. Ich war hellauf begeistert, wie ihr euch vorstellen könnt. Bis Duisburg war die Fahrt also vor allem eines: Unangenehm und stressig. Und dann hat mir das Leben eine ganz wichtige Lektion erteilt.

Manche Leute gehen ja für ein halbes Jahr in tibetanische Tempel um eine Lebenslektion zu lernen, pilgern über den Jakobsweg oder machen eine Urschreitherapie. Ich fahre Zug. Denn mein Leben wäre ja nicht mein Leben, wenn es nicht mindestens so ironisch wie lehrreich wäre. Was genau habe ich heute also gelernt? Ganz einfach: Alles geht, auch wenn es nicht immer richtig läuft. Und nichts geht über Zugabteile. Von Duisburg aus wurde mir also an der Schlange zum Schalter beim Plaudern von einem Niederländer auf Deutsch einen wie durch ein Wunder aufgetauchten Zug zum Frankfurter Hauptbahnhof empfohlen (solltet ihr jemals in Duisburg gestrandet sein, werdet ihr feststellen, dass Züge zu jedweden Frankfurter Bahnhöfen sehr selten sind). Ich bin in der letzten Minute noch reingekommen und habe mich in ein leeres Abteil gesetzt, das sich in folgender Reihenfolge füllte: Ein wahnsinnig freundlicher Österreicher, ein Betriebswirtschaftler, Mitte 50, auf dem Weg zum Urlaub nach Indien (Wolfgang und ich sind nach einem angeregten Gespräch über Museen und niederländisches Gebäck jetzt per du), ein rheinländisches Original, ein Stuttgarter mit einem Lehrbuch für eine Sprache, die ich die ganze Zugfahrt über nicht entziffern konnte, und eine junge Frau, die überraschend viel über Münchner Biergärten wusste. Alle super-bereist und sehr nett. Ich hatte eine angeregte Zugfahrt, deren Originalität ihr an dieser Stelle wahrscheinlich nur ansatzweise erahnen könnt.

Trotz einer verrückten Bustour durch Niederlande und Ruhrgebiet und zwei verpassten Anschlusszügen hatte ich also nicht nur eine wahnsinnig gutes Gruppen-Gespräch, sondern bin auch lediglich eine Stunde zu spät an meinem Zielort (was in Anbetracht der Tatsache, dass ich bereits vollauf darauf eingestellt war, am Duisburger Hauptbahnhof wohnen zu bleiben und Ostern dort zu verbringen). Ich habe selten an einem Tag eine solche Reihe netter Menschen getroffen (erst die Zugempfehlung, dann mein Zugabteil) und möchte an dieser Stelle sagen: Das verlängerte Wochenende geht schon mal gut los. Und hoffentlich so schön weiter. Damit beende ich meinen Fahrtbericht und schreibe morgen wieder.

Freitag & Samstag & Sonntag & Montag, 14/15/16/17-04-17 | Oster-Spirit

Mein Osterwochenende war wie die meisten Osterwochenenden von Studenten: Viel Essen, Hin- und Hergezuckel zwischen Freunden und Verwandten, die man - zumindest wenn man meiner Oma glauben will - schon mindestens dreieinhalb Jahre nicht mehr besucht hat (eigentlich waren es nur zwei Wochen, aber so sind Omas halt) und der Schwur, definitiv produktiv zu sein, den ich natürlich vollkommen ignoriert habe.

Was hatte ich mir über Ostern vorgenommen? Lesen von Development-Kapitel, Kärtchen schreiben bis man aus ihnen eine originalgetreue Nachbildung vom Petersdom auf dem Schreibtisch zusammenzimmern könnte und vorsichtiges Beschnuppern des Statistik-Buchs. Und was habe ich getan? Eine für Zuschauer sicher sehr amüsante Aneinanderreihung von Tanzeinlagen zu diversen 80er-Jahre-Songs einstudiert, Filmabende mit dem Bruder (X-Men und Star Trek - man kann Ostern wirklich schlechter verbringen), Filmabende mit den Eltern (Addam's Family - meine Mutter ist auf der Hälfte eingeschlafen, mein Vater und ich sind fast von der Couch gekullert vor lachen) und ein Gordon-Ramsay-Kitchen-Nightmare-Marathon (der Mann ist mein Held). Jedoch - hört, hört - habe ich tatsächlich Kärtchen geschrieben wie ein Weltmeister und bin nun stolze Besitzerin von viel beschriebenem Tonpapier. Klasse.

Nichtsdestotrotz war das Osterwochenende sehr schön und ich bin froh, dass ich mich - trotz aufregender Bahnfahrt und Prokrastination on point - dazu entschieden habe, nach Hause zu fahren. Im April bin ich generell viel Zuhause gewesen, was auf der einen Seite natürlich teilweise kontraproduktiv ist, aber auch klasse. In gut eineinhalb Wochen fahre ich noch einmal für den 30. Geburtstag meines Bruders in die Heimat und dann ist für diesen Monat aber wirklich Ende im Gelände. So viel Deutsche Bahn und Starbuckspilgerei lässt einen ja sonst durchdrehen.

Dienstag & Mittwoch 18/19-04-17 | Ostern: over and out

Heute im Public Speaking-Kurs: Lückenfüller-Vermeidungs-Training. Aufgabe: Erzählt eine Geschichte darüber, was ihr letzte Woche gemacht habt, bis ihr euren ersten Lückenfüller ("eh", "ehem" etc. pp.) verwendet, dann ist der nächste dran. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr ich bei solchen Übungen in meinem Element bin. Mein Prompt begann damit, dass ich letzte Woche auf den Mount Everest gestiegen bin und Ernest Hemingway getroffen habe. Es war ein Fest. Ich liebe diese Aufgabe. Nein, ich korrigiere mich: Ich liebe diesen Kurs. Denn anschließend mussten wir noch energisch Reden vorlesen, wobei sich wirklich nur auf die Stimme konzentriert wurde. So emotional konnte ich nicht mehr öffentlich vortragen seit mein griechischer Nachhilfeschüler John Maynard auswendig lernen musste und ich mich im Verlauf der ersten drei Strophen irgendwann halb auf den Boden gewälzt habe, um die Emotionen zu verdeutlichen. (Unterricht bei mir ist wirklich ein Erlebnis.)

Der Kurs macht mir immer mehr Spaß und ich würde ihn an dieser Stelle definitiv wieder belegen und auch allen anderen - Public Speaking-Fans und Public Speaking-Hassern - empfehlen, die Chance eines solchen Kurses zu ergreifen. Nur für den Fall, dass so etwas bei euch im Dunstkreis mal angeboten werden sollte. Man lernt wirklich sehr viel. Und es fällt wesentlich leichter Reden zu schreien (a.k.a. für mich "in von anderen Menschen als normaler Lautstärke empfunden reden" - ich spreche sehr - Achtung, Namenswitz - leise.), wenn zehn andere Leute das auch tun.

Mein Mittwoch war im Vergleich zu meinem Dienstag Abend (siehe Public Speaking-Kurs) dann doch relativ unspektakulär. Heißt: Ich bin zum Supermarkt meines Vertrauens geschlendert und habe Birnensaft und ein Viererpack Äpfel gekauft. (Ich weiß, von diesen brisanten Details leben meine Niederländisch für Anfänger-Posts.) Viel mehr habe ich wirklich nicht geschafft. Außer die Hälfte der 6. Staffel von Gossip Girl. (Die 6. Staffel hat allerdings nur 10 Folgen, also ist das auch eher unspektakulär und weit entfernt von meinen 12-Folgen-Supernatural-am-Tag-Bioabivorbereitungs-Bestzeiten letztes Jahr im März.) Sicher ist an dieser Stelle nur, dass, wenn hier die nächsten Tage wirklich irgendetwas geschafft wird, ich das bin. Von Statistik. Freitag Morgen. Ich weine innerlich jetzt schon. So viel Klausur, so wenig Zeit, so viele gute Serien, so viel Prokrastination. Mein Leben ist ein niemals endender Kreis aus wirklich schlechten Time-Management-Entscheidungen. Aber das macht ja gerade meinen persönlichen Charme aus. (Nicht wirklich.) (Es ist einfach nur eine ganz furchtbare Angewohnheit.)

An dieser Stelle verabschiede ich mich jedenfalls für diesen Niederländisch für Anfänger-Wochenrückblick. Mit ziemlichen Kopfschmerzen (20% zu viel Gossip Girl, 30% Statistik und 50% unerträgliche Leere des Lebens, a.k.a. Prä-Klausur-Depression) und Gruß an alle Leidensgenossen, bei denen demnächst auch Prüfungen, Paper oder Präsentationen (oder ähnlich schauerlich universitäre Alliterationen) anstehen.



Liebst,
Antonia

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4/12/2017

NIEDERLÄNDISCH FÜR ANFÄNGER No.17 | Produktivitäts-Simulation





Produktivitäts-Simulation
(pʀodʊktiviˈtɛːʦzimulaˈʦi̯oːn ; Pro|duk|ti|vi|täts-Si|mu|la|ti|on)


— Typische Tätigkeit von Antonia während Vorbereitung auf Prüfungen, wichtige Abgabetermine oder vergleichende akademische Dinge. Einzige Zeit des Jahres, in der Antonia freiwillig Staubsaugt und sich gern Nägel lackiert, um wirklich wichtigen Dingen auszuweichen.




Mittwoch & Donnerstag, 05/06-04-2017 | The Procrastinator

Es gibt ja wirklich schon viele verrückte Dinge, die ich im Zuge meiner ungesunden prokrastinierenden Persönlichkeit abgezogen habe. Den legendären Ethik-Hausarbeits-Nightjob 2016 zum Beispiel, als ich in der Nacht vor dem Abgabetermin eine 27-Seitige Ethik-Hausarbeit aus dem Boden stampfte und dafür anschließend 15 Punkte einheimste. Ich bin die Person, die zwei Minuten vor ihren Vorträgen noch die Plakatüberschrift in der letzten Reihe fertigstellt und grundsätzlich damit durch kommt. Aber Donnerstag Mittag habe ich dann wahrhaftig den Vogel abgeschossen: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so knapp ein Paper abgegeben, dass ich das Online-Hochladen während meiner fünfzehnminütigen Fahrradfahrt zur Uni über mein Handy versucht habe zu erledigen. Weiß Gott, ich muss wirklich aufhören zu prokrastinieren. Aber auf Anfang...

An meiner Universität wird sehr viel wert auf eigenes Austragen von Studien gelegt, deshalb bin ich gerade dabei nach meiner nicht-experimentellen Studie mit meiner Gruppe zusammen eine experimentelle Studie zu konzipieren. Meine Paper-Abgabe für die nicht-experimentelle Studie war Donnerstag 12:00 Uhr. Und - zu meiner Verteidigung - ich bin schon die ganze Woche ziemlich gesundheitlich angeschlagen und hatte deshalb ursprünglich mit dem Gedanken gespielt, das Paper erst zum zweiten Versuch im Sommer abzugeben und mir dieses Mal einfach zu schenken.

Spontan habe ich mich dann allerdings Mittwoch und Donnerstag doch noch zur Fertigstellung gezwungen, war natürlich wieder legendär spät dran und habe irgendwann Mittwoch Abend so hart aufgeschoben, dass ich sogar anfing Lernzettel für meine Development-Klausur zu schreiben ("Wenn du schon prokrastinierst, dann prokrastiniere wenigstens produktiv!"). Wie durch ein Wunder habe ich es dann tatsächlich noch geschafft, Paper und Co. pünktlich einzureichen und hochzuladen (wir müssen immer sowohl eine ausgedruckte Kopie einreichen, als auch eine Kopie online hochladen) und bin den restlichen Tag in einen komatösen Schlaf gefallen. 

Freitag, 07-04-2017 | Stadtbummelant 

Nach dem gestrigen Extrem-Paperschreiben habe ich heute entschieden, dass ich mir eine wohlverdiente Kaffee-Pause in der Stadt verdient habe. In meinem Fall war das dann eher eine Smoothie-Pause mit Bleistift-Herumgestocher in meinem Manuskriptblock, Gespräch mit Freundin, Kino mit Freundin, noch mal Gespräch mit Freundin und Bett.

Jetzt habe ich wahrscheinlich als so letzter Mensch der westlichen Welt auch endlich "Die Schöne und das Biest" gesehen und bin trotz anhaltendem Hype der letzten Wochen sehr positiv davon überrascht, wie schön die ganze Sache dann doch war. Das Emma Watson für diese Rolle mehr als perfekt ist, wurde ja wirklich schon genug ausdiskutiert. Aber, Heilige, ist Emma Watson für diese Rolle mehr als perfekt.

Das Einzige, was dieses Film-Highlight noch topen konnte, war a) ein kostenloser Orangensaft beim Backwerk kurz vor Ladenschluss für mich und meine Freundin und b) die geniale Erfindung von 3D-Brillen, die man an richtige Brillen klippen kann, statt zwei Brillen übereinander tragen zu müssen. Wunder der Technik, sage ich euch. Ich war selten so begeistert an einer Kinokasse. Mein Leben ist eine banale Achterbahnfahrt der Gefühle.

Erwähnenswert ist ebenfalls, dass meine Freundin und ich spontan die Entscheidung getroffen haben,  unbedingt morgen nach Amsterdam zum Shoppen fahren müssen. Irgendwie muss meine kommende Development-Klausur ja verdrängt werden. Ich berichte. Kurze Sätze. Stop. Wie beim Militär. Stop. Es ist spät, ich sollte dringend ins Bett. (Stop.)


Samstag, 08-04-2017 | (Nicht ganz so) Allein in Amsterdam

Der heutige Tag in Amsterdam war definitiv meinen routinemäßigen "Allein in Amsterdam"-Ohrwurm wert. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so effektiv und erfolgreich shoppen. Davon abgesehen werde ich meinem Blogger-Dasein aber wirklich nicht gerecht, weil ich ungefähr fünf Bilder geschossen habe und davon waren bestimmt drei für meine Instagram-Story und die habe ich nicht gespeichert. So viel zum Thema: "Ich brauche neue Städte-Bilder für künftige Blog-Banner, Louisa, deshalb mache ich heute immer mal ein Foto." - Nun kann man schick formuliert argumentieren, dass ich "lieber den Moment genießen wollte, statt nur durch eine Kamera zu blicken" (wie ich es meiner Freundin erklärt habe, als sie auf der Heimfahrt sagte: "Mensch, du hast heute gar keine Fotos gemacht."), aber tief drin weiß ich, dass es zu 95% die pure Faulheit war. Classic Antonia.

Natürlich ist es bei Waterstones wieder eskaliert. Ich traue mich nicht, genau nachzuzählen, wie viele Bücher ich gekauft habe (ihr wisst, es ist schlimm, wenn ihr nicht genau wisst, wie viele Bücher ihr wirklich gekauft habt). Aber drei waren ein echtes Schnäppchen. Und von einem wurde ich angefallen. Ja. Angefallen. Vielleicht habe ich auch nur eine Reihe Bücher aus dem Regal gerissen. Im Stehen. Ohne Bewegung. Und danach wie bei The Office in eine unsichtbare Kamera geschaut. Und dabei das Gesicht einer fremden Frau getroffen. Die dann einen Lachanfall hatte. Im Waterstones. Was wiederum meine persönliche Existenz-Frage aufwirft: Wieso ist mein Leben eigentlich keine Sitcom? Ich bräuchte nicht mal ein Skript, das kommt hier alles von allein.


Sonntag & Montag & Dienstag, 09/10/11-04-2017 | Kärtchenchaos

Nach meinem Tagestrip nach Amsterdam war ich tatsächlich ein durchaus vorbildlicher Student. Kurzzusammenfassung: Karteikarten wurden beschrieben, alle Werkgruppen besucht, von denen ich nicht durch exzessive Hustenanfälle abgehalten wurde (rip Statistik am Montag Nachmittag) und irgendwann zwischendurch hatte ich bestimmt auch mal meine Brain & Cognition-Zusammenfassung in der Hand. Nur so versuchsweise.

Ich bin in Anbetracht der Tatsache, dass ich die letzten Tage wirklich noch krank war und die komplette restliche Woche volle Arbeit bei "Arbeit für Klausuren aus dem Weg gehen" geleistet habe, doch ganz zufrieden - rückblickend betrachtet. Die nächsten Tage werden noch einmal lernintensiv, aber ja, ich war tatsächlich relativ beschäftigt. Des weiteren habe ich zusätzlich dazu Dienstag einen Public Speaking-Kurs begonnen und bin jetzt für die nächsten fünf Wochen ein Mal die Woche von (primär) Jura- und Politik-Studenten umzingelt.

So als Psychologie-Exot ist es aber besonders interessant, weil a) Perspektivwechsel immer sehr erfrischend sind, b) man nette Leute kennenlernt, die man sonst mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kennengelernt hätte, und c) mein Plan zur Übernahme der Weltherrschaft wesentlich leichter umzusetzen ist, weil niemand den Underdog unter den Teilnehmern des Public Speaking Programs verdächtigt. Antonia - nur noch eine Verbesserung der Handgestikulationen (oder sollte ich besser sagen: der Handeskalationen, ich habe mich in der 11. Klasse mal bei wilden Gesten selbst im Gesicht gekratzt und wurde daraufhin über den kompletten Zeitraum von eineinhalb Stunden Latein von meiner Freundin Eve ausgelacht, die nur aufhörte, weil wir in unterschiedlichen Geschichtskursen waren) davon entfernt, die in den Niederlanden lebende Königin von Deutschland zu werden. Oder eine einsam in einer Waldhütte lebende Frau mit 20 Katzen, die permanent verrückt mit ihren Händen wedelt. Das ist noch nicht ganz raus. Ich halte euch auf dem Laufenden. Und verabschiede mich mit dem dieswöchigen Niederländisch für Anfänger-Beitrag.





Bevor ich den Post für diese Woche aber wirklich endgültig schließe, möchte sich die Mittwoch-Abend-Antonia auch noch mal ganz förmlich dafür entschuldigen, dass der Post einen Tag zu spät kommt. Ich war wirklich nicht faul, nur produktiv auf einer anderen Ebene (zumindest die letzten drei Tage über, davor wäre das eine dreiste Lüge). Ich werde nun ins Bett fallen, weil ich morgen sehr früh einen Zug nach Deutschland erwischen muss. Ostern!

Die Tagesbanner füge ich morgen auf meiner Heimfahrt ein, da ich die subtile Vermutung habe, dass ihr sonst rechtschreibliche Wochentags-Exoten wie "Motnag" und "Freitga" bestaunen könnt und mein Leben auch schon ohne die Entdeckung dessen morgen nach dem Aufstehen ironisch genug ist.

Liebst,
Antonia

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4/08/2017

WRITERS LIFE | Schreibkrisen oder: Ein bisschen wie Fahrradfahren, nur vollkommen anders


Schreibkrisen sind ein bisschen wie Fahrradfahren. Wenn das Fahrrad brennt. Und der Boden brennt. Und die Luft brennt. Und alles brennt. Und es überhaupt keinen Spaß macht. Also eigentlich sind Schreibkrisen nicht mal ein bisschen wie Fahrradfahren. Hölle. Schreibkrisen sind ein bisschen wie Hölle. Oder zumindest das, was ich mir während meinen sieben Jahren Religionsunterricht so darunter vorgestellt habe. (Bezogen auf das Feuer, nicht das Fahrrad. Aber wer weiß, vielleicht gibt es die Hölle und sie ist eine niemals endende Tour - oder sollte ich besser sagen Tortour, pun intended - auf einem Hometrainer?)

Schreibkrisen und ich gehen rein bekanntschaftlich schon eine Weile zurück. Die letzte große Flaute ereignete sich von März bis August 2016, aber alles auf Anfang...


Sommer 2016, Manuskript No. 3


Der August 2016 war schon fast vorüber und ich stand kurz vor meinem Studienbeginn. Nach dem Abitur hatten sich viele Sachen verändert und irgendwann zwischen dem fünfwöchigen Sprachkurs und der Einführungswoche hatte ich mir etwas eingestanden, das ich schon lang im Hinterkopf gehabt hatte. Es passt irgendwie nicht. Die Geschichte, die ich seit Jahren im Kopf habe und entwickle, an der ich feile und in der ich mich verliere, hat sich erneut in eine Sackgasse geschrieben und ich stehe da, wieder mit 70 Seiten Skript auf dem Laptop, nachdem ich bereits eine frühere (beendete Version) von 400 Seiten verworfen hatte. Es passt einfach nicht. Ich habe beinahe 500 Seiten dieser Geschichte geschrieben. Und es passt nicht. Oder um es in den klangvollen Worten der englischen Sprache zu sagen: Fuck my life. Aber hilft ja alles nichts. Auf ein Neues.

Der Anfang einer Geschichte - wenn ich in all der Zeit, die ich bereits schreibe, eine Sache gelernt habe - ist übrigens ein richtiges Biest. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Prolog-Dokumente in meinen Entwurf-Ordnern herumgeistern und wie oft ich frustriert nachts auf der Dachterrasse gesessen und mein Leben hinterfragt habe, weil ich partout nicht wusste, wie ich etwas beginnen sollte, das in meinem Kopf eigentlich schon so fertig war. So ereignete es sich dann, dass ich nach einem weiteren frustrierenden Abend ("Prolog scheiße, Manuskript scheiße, Haare auch scheiße, alles scheiße.") kurzerhand mein Dokument zuklappte, YouTube öffnete, Haarschneidetutorials heraussuchte, mir beherzt eine Papierschere nahm und - frei nach dem Motto "wenigstens das nicht mehr scheiße" - meine Haare abschnitt. Ja, so werden im Hause Leise seit jäher Probleme gelöst. Mit impulsiven Frisur-Entscheidungen.

Zwei Tage später - immer noch über alles deprimiert wegen meinem einfach nicht beginnen wollenden ersten Kapitel - nahm ich dann also statt meiner Schere (ich empfehle übrigens kein Haarschneiden mit einer Papierschere, einfach nein) meinen Bleistift, einen leeren Block und schrieb. Und einfach aus Prinzip ließ ich meinen Hauptcharakter zu Beginn des 1. Kapitels seinen Schreibtisch abfackeln. Das ist nun, über ein halbes Jahr später, die Kurzfassung des Beginns meines ersten Kapitels und letztendlich der Beginn der Geschichte, an der ich momentan arbeite.


Krisenpfeiler


Was habe ich also aus meinen desaströs schreib-unproduktiven ersten zwei Monaten in den Niederlanden gelernt? Erstens: Kurze Haare stehen mir zum Glück wesentlich besser als lange. Und zweitens: Der Weg aus der Schreibkrise baut auf drei Worten: Durchhaltevermögen, Perspektivwechsel und Routine. Es gibt wirklich keinen Königsweg beim Überwinden von Motivationsflauten jedweder Art, aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass es zumindest grob auf diesen drei Säulen fußt.

Durchhaltevermögen
Es ist durchaus logisch, dass sich Dinge eben nur lösen oder verbessern lassen, wenn man sich richtig an ihnen festbeißt. Wer nach den ersten zwei Fehlschlägen - bei egal welchen Aufgaben - gleich das Handtuch wirft, wird niemals an seinem Ziel ankommen. Das Leben besteht aus Scheitern und Weitermachen. Man kann es natürlich auch mit den Worten von Winston Churchill sagen: »Erfolg haben heißt, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.« - und was liegt näher, als bei einem Beitrag über Schreibkrisen einen Literaturnobelpreisträger zu zitieren?

Perspektivwechsel
An dieser Stelle wird es jetzt ein bisschen knifflig. Denn manchmal ist das Problem das zu fest festbeißen. Und hier kommt der Perspektivwechsel ins Spiel. Man kann diese Aspekte, wie bereits erwähnt, auf alle möglichen Lebenslagen beziehen, aber spezifisch fürs Schreiben heißt das: Plot fährt in eine Sackgasse? Vielleicht müssen einfach bestimmte Dinge an der Geschichte geändert werden. Schreiben auf dem Laptop hängt zum Halse raus und das gewohnte Klackern der Tastatur gibt dir Komplexe? Nimm einen Bleistift und weiter geht es per Hand. Oder per Schreibmaschine. Transzendentale Erfahrung, sag ich euch, der Utensilienwechsel.

Routine
Der berauschendste Schreibfluss bringt nichts, wenn er keine Regelmäßigkeit mit sich bringt. Ihr müsst euren eigenen Rhythmus finden - seien es nun zwei Seiten pro Tag als Ziel oder vier, eine Stunde Arbeit am Manuskript oder ein Kapitel in der Woche. Ihr braucht keinen NaNoWriMo, der euch ein Ziel vorgibt, und schon gar nicht müsst ihr euch an irgendein konkretes halten, das irgendwo im Internet oder in Schreibratgebern herumgeistert. Ihr müsst euren eigenen Rhythmus finden. Solltet ihr damit Probleme haben, dann diesbezüglich zurück zu Perspektivwechsel und wenn ihr an dem verzweifeln solltet, dann noch mal Durchhaltevermögen überfliegen.


Vier Ratschläge für ein Halleluja


Wie bereits oben erwähnt, gibt es keinen wirklichen Königsweg für die meisten Dinge im Leben. Vor allem nicht für die kreativen Auswüchse unter ihnen. Was mir Durchhaltevermögen, Energie, Kraft und Freude bei der Arbeit am Manuskript gibt, muss bei euch noch lange nicht die selben Effekte haben. Vielleicht schreibt ihr echt gut, wenn ihr dabei auf dem Kopf steht oder ihr braucht eine richtig gute Playlist bei Spotify - während andere schreibkrisengeplagte Leidensgenossen über die schriftstellerische auch noch eine persönliche Krise kriegen, sobald keine vollkommene Ruhe bei der Arbeit herrscht (zu diesen Exemplaren zähle ich übrigens meistens). 

Des weiteren ist das Thema rund um den Begriff "Schreibkrise" viel zu komplex, um es in so einem kleinen Writers-Life-Post abzuhaken. Ich werde also in Zukunft noch diverse ausführlichere Beiträge zu einzelnen Aspekten (Ideenfindung, richtige Plotplanung, Schreibumgebung, Schreibutensilien etc.) verfassen. Trotzdessen lasse ich - wo ich nun einmal dabei bin - ein paar Tipps da, die ich über die Jahre hinweg erhalten oder selbst für mich entdeckt habe und ziemlich gut finde. Ich bin kein Fan von ausformulierten Masterplänen bezüglich einer Schreibroutine. Wir sind hier schließlich nicht beim Militär. Und für mich persönlich sind strenge Regeln und Mantras immer sehr kontraproduktiv. Deshalb: Seht die folgenden Ratschläge als Inspirationsquelle, nicht als non-plus-ultra-next-generation-10-Gebote.

1. Schreibt, Kinder, schreibt!
Der schwarzhumorige Teil meiner Persönlichkeit kommentiert solche Überschriften in einem Ratgeber über Schreibkrisen erst mal grundsätzlich mit "Ja, no shit Sherlock." - aber das ist vielleicht der wichtigste Tipp, also hört gut zu.

Das Ziel, das jeder hat, der in einer Schreibkrise steckt, ist - logischerweise - das Schreiben. Aber Schreiben ist in diesem Falle nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg. Ihr wacht nicht einen Morgen auf und schreibt in einem Zug ein zweitausendseitiges Manifest, das jeden Literaturkritiker von den Socken haut. Vielleicht werdet ihr einen Morgen aufwachen ein zweitausendseitiges Manifest schreiben, das jeden Literaturkritiker von den Socken haut. Aber während ihr ein Mal die letzte Version dessen anfangen werdet, das einmal ein Buch wird, werdet ihr viele hundert Male davor aufgewacht sein und einen Schuss in den Ofen zu Papier bringen.




Ich kann gar nicht sagen, wie viele Prologe ich in meinem Leben geschrieben habe, die nie ein Anfang geworden sind. Ganz zu schweigen von tatsächlichen Manuskripten mit mehreren hundert Seiten, die sich ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr richtig angefühlt haben. Manchmal hat man diese eine große Geschichte zu erzählen und es fehlen schlicht und ergreifend die Worte. Und ihr schreibt und beginnt und versucht und es geht nirgendwo hin. Glaubt mir, ich kann euch ganz eigene Romane über frustende Schreibarbeit verfassen. Aber letztendlich waren diese Fehler alle auf ihre Art und Weise nötig.

Prolog- und Stilentwicklung funktioniert nicht mit einem Fingerschnipp und auf einer geraden Zeitlinie. Ihr wollt komplexe Charaktere? Eine verwobene Geschichte? Unglaubliche Plottwists? Monologe, die jeden zu Tränen rühren? Dialoge, bei denen der Leser förmlich an den Lippen der Akteure klebt? Dann braucht ihr Entwicklung - sowohl kreativ als auch handwerklich. Ihr dürft nur nicht aufhören, wenn ihr noch nicht da seid, wo ihr gern hin wollt. Meine Dialoge waren in der 7. Klasse, als ich das erste Mal an meinem Skript gearbeitet habe, auch alles andere als prickelnd. Und meine Charaktere und ihre Geschichten sind von damals bis heute auch wesentlich komplexer und ausgefeilter geworden. Das heißt nicht, dass ich schlecht geschrieben oder Geschichten entwickelt habe, sondern einfach, dass ich für bestimmte Geschichten erst noch bereit werden musste. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Nur weil ihr also einen Prolog beginnt und mit diesem noch nicht die richtigen Worte trefft, heißt das noch lange nicht, dass ihr nie die richtigen Worte treffen werdet. Ihr werdet irgendwann die letzte Version eures Projekts schreiben - geht dabei nur sicher, dass ihr aufhört, weil ihr fertig seid und nicht, weil ihr euch selbst fertig gemacht habt. Nehmt das Universum mit Humor, wenn es sich gegen euch verschworen hat. Und dann lasst es seine eigene Medizin schlucken und macht weiter.

2. Bekämpft das Labertaschen-Syndrom 
Dieser Punkt schließt inhaltlich gleich an den nächsten an, denn Weiterentwicklung ist eine Sache - sich in Plotplänen zu verrennen ist eine andere. Dieser Punkt ist vor allem für diejenigen unter euch wichtig, die schon länger an einer Geschichte arbeiten und dabei Gefahr laufen zu viel zu denken und zu wenig davon umzusetzen. Ich möchte mich hier in keiner Weise gegen gutdurchdachte Geschichten aussprechen. Nein, wirklich. Ich bin ein großer Fan von gutdurchdachten Geschichten, immer weiter damit. Aber nur weil ihr euch über die Geschmacksrichtung der Geburtstagstorte eures wichtigsten Nebencharakters zu seinem 7. Geburtstag noch nicht einhundertprozentig sicher seid, heißt das nicht, dass ihr nicht auch tatsächlich etwas schreiben könnt. Auch ohne dieses prekäre Detail.




Meine eigenen Schreibkrisen fußen primär auf diesem Punkt. Vor allem weil ich persönlich viel zu viel mit anderen schreibenden (oder nicht-schreibenden) Freunden über den Plot der Geschichte rede. Und wenn es etwas Schlimmeres gibt als Labertaschen-Syndrom in eurem Kopf bei der Plotplanung, dann ist es das Labertaschen-Syndrom über das Labertaschen-Syndrom in eurem Kopf bei der Plotplanung. Mir persönlich saugt es grundsätzlich jegliche Motivation aus den Knochen, wenn ich zwar die komplette Geschichte von Teil eins bis acht mit Freunden besprechen kann, de facto aber noch nichts zu Papier gebracht habe.

Ich möchte mit diesem Abschnitt wirklich nicht sagen, dass ihr euch nicht über eure Charaktere oder Geschichtsverläufe unterhalten könnt oder sollt. So was macht (zumindest mir) wahnsinnig viel Spaß und der Input von anderen Leuten kann euch ganz neue Perspektiven geben. Aber übertreibt es nicht, sonst wird es kontraproduktiv. Ihr könnt die ausgefeilteste Geschichte haben, wenn ihr aber irgendwann auf dem Sterbebett liegt und feststellt, dass ihr diese Geschichte niemals genutzt habt, sondern nur darüber geredet, dann bringt euch das wirklich nichts. Sich dessen bewusst zu werden - dieses "endlich machen und aufhören zu reden" - hat mir damals sehr geholfen wieder anzufangen.

3. Mach Schreiben zu einem Ritual
Dieser Punkt ist der einzige, den ich von diesen vier nicht selbst entdeckt habe, sondern für den ich entdeckt wurde - wenn man so will. Mein Bruder hatte die Idee und ich finde, dass dieser Punkt gerade in akuten Schreibflauten-Phasen einen guten Anstoß geben kann. Manchmal brauchen wir, um wieder aus einer Schreibkrise herauszukommen, vor allem eine Neuentdeckung des Gedankens daran, wie sehr wir Schreiben eigentlich lieben und genießen.

Es kann sehr frustrierend sein, an Stellen im Manuskript wieder und wieder zu scheitern. Das nimmt euch, gerade wenn ihr mit dem Gedanken spielt irgendwann zu veröffentlichen und damit auf einer "professionellen" Ebene vermeintlich scheitert, den Spaß. Man könnte auch sagen: Eure extrinsische Motivation (von anderen Anerkennung zu erfahren, mit dem Schreiben Geld zu verdienen, Leuten etwas zu beweisen etc.) erdrückt euch, während eure intrinsische Motivation (etwas zu machen, weil ihr es gern macht und innerlich motiviert seid) flöten geht. Und hier kommt der Tipp ins Spiel.





Nein, um Schreiben zu einem Ritual zu machen muss man keinen Schrein bauen und zwei Mal die Woche eine Aubergine opfern. (Was wäre das auch bitte für eine Lebensmittelverschwendung?) Mit Schreiben als Ritual meine ich: Nehmt den Schreibblock, sucht euch ein schönes Café und macht euer nächstes Kapitel zu einem entspannten, wohltuenden Nachmittag. Versucht, Schreiben mit etwas Schönem zu verbinden und die Reise bis zum Ende eures Buches zu genießen.

Mir persönlich gibt es immer einen wahnsinnigen Kreativitäts-Kick, wenn ich die Geschichte mit Kaffee und Kuchen verbinde. Vielleicht reicht bei euch auch ein netter Abend am Schreibtisch Zuhause. Zündet eine Kerze an. Kauft Schokolade. Werft euch in Kuschelsocken. Entspannt euch. Es ist okay, einen professionellen Anspruch an euch selbst zu haben - aber ihr habt das Glück, dass das, was ihr vielleicht einmal zum Beruf machen wollt, auch wirklich Spaß macht. Lasst euch das nicht nehmen.

4. Lernt aus alten Fehlern
An diesem Punkt - zugegebener Weise - scheiden sich die Geister ein bisschen. Wenn man ihn praktisch übernimmt, könnte man sagen: "Hebt auf, was ihr geschrieben habt, auch wenn ihr es jetzt furchtbar findet." - werft keine Erinnerungen weg, auch wenn sie schlecht formuliert sind, sondern seht in einigen Jahren auf eure eigene Entwicklung oder findet in den frischen Ideen von damals sogar Inspiration für gegenwärtige Projekte.

Ich habe Freunde, die sich strikt gegen diesen Punkt wehren, aber selbst wenn ihr mit der praktischen Interpretation nichts anfangen könnt, finde ich die theoretische ziemlich universal hilfreich: Seid selbstreflektierend.




Wenn Autoren nicht dazu in der Lage sind, mit sich selbst ehrlich ins Gericht zu gehen, ist das Buch für die Tonne. Jede Geschichte reflektiert über irgendein Thema - manche banal, manche sehr tiefgründig. Und ohne diese Schlüsselfähigkeit wird gutes Schreiben an sich nichts. Ihr müsst keine Dystrophien oder keine Bücher über das Sterben oder psychische und physische Krankheiten schreiben, nur weil das gerade Mode ist. Ihr müsst über Dinge schreiben, die euch bewegen. Wenn diese Themen dann zufälligerweise gerade Mode sind, ist das toll. Wenn nicht, dann wird es eben von euch jetzt zu Mode gemacht. Wenn ihr aber nicht in der Lage seid, festzustellen, was das ist, worüber ihr schreiben müsst, dann könnt ihr eurem Leser auch nichts Weltbewegendes darüber erzählen.

Ich könnte stundenlang über Selbstreflexion reden, aber nebst der richtigen Geschichtenfindung und der Einsicht, dass ihr für manche Geschichten einfach nicht der richtige Autor seid, kann sie euch gerade bezüglich Schreibkrisen noch an einem ganz anderen Punkt helfen: Wenn ihr aus einer Schreibkrise herauskommen wollt, dann kann es sehr hilfreich sein, wenn ihr versteht, warum ihr überhaupt erst hereingekommen seid. Also nehmt euch eine Minute und horcht einfach mal bewusst in dieses Thema rein. Vielleicht findet ihr den Grund für eure Blockade und - darüberhinaus - auch einen Lösungsansatz.






Das war er also, mein Beitrag zum Thema Schreibkrisen. Ich hoffe, er hat euch geholfen und gefallen. Kommentare mit ergänzenden Tipps, Tricks, Meinungen und Erfahrungsberichten sind immer gern gesehen. Ich verabschiede mich an dieser Stelle nun von euch und mache mich fertig, denn für mich geht es heute nach Amsterdam. (Spontanentscheidung von gestern Abend.) (Schon ist die Erkältung etwas eingedämmt, tanzen die Mäuse wieder auf dem Tisch sozusagen.)

Alles Liebe,
Antonia
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