2/09/2015

Montagsfrage: Hast du schon mal ein Buch gekauft/gelesen, weil es in einem Buch vorkam?



Es ist wieder Montag und nachdem ich die Freitags-Fragen aufgrund eines sehr ausgedehnten Shopping-Nachmittags und darauf folgender allgemeiner Faulheit habe sausen lassen, kann ich es fast gar nicht mehr erwarten, endlich mal wieder einen Eintrag auf meinem Bloglein (/Blögchen/Hunziblogediblogblogblog <- okay, ich habe ein ernsthaftes Problem, was Verniedlichungen angeht... Und ich bin Wiederholungstäter, wie aufmerksame Leser meines elektronischen Gedankengekritzels wissen) zu verfassen. 
Ich war sogar so motiviert, dass ich heute früh eigentlich schon etwas Zeit zur Beantwortung der Frage eingeplant hatte. Aber wie das im Leben so ist. Du machst Pläne und dein Kreislauf denkt sich: "Wollen wir doch mal ein bisschen Stimmung in die Bude bringen." oder in meinem Fall... Na ja... Eigentlich keine Stimmung. Eigentlich habe ich den halben Tag nur halbtot auf der Couch herumgekullert und war relativ unproduktiv. (Das mit dem 'halbtot' kommt sogar ziemlich genau an das heran, wie ich aussehe, wenn es mir nicht gut geht. Ich glaube, jeder von Natur aus blasse Mensch, versteht, was ich meine.)

Mittlerweile geht es mir aber schon wieder ganz gut und ich bin auch frohen Mutes, morgen wieder den allgemeinen Schulstress antreten zu können. 
Und da ich für heute genug geschlafen, Wasser getrunken und Traubenzucker gegessen habe, kommt jetzt auch - nach für meine Verhältnisse doch recht human-langer Einleitung - die *tatatataaa* Montagsfrage von Buchfresserchen


Ich bin schweißgebadet, verzweifelt, halb verrückt von einem Buch zum anderen gegangen, habe meine Hände gegen den, aufgrund der Zimmerdecke nicht sichtbaren, Himmel erhoben und habe auf Knien verschrieen, keine Antwort zu finden und darin meinem Untergang entgegen zu gehen. Okay, vielleicht war es nicht ganz so dramatisch. Vielleicht sitze ich auch nur in aller Seelenruhe am Schreibtisch, tippe in die Tastatur und übertreibe mal wieder maßlos. Aber vielleicht entspricht das auch alles der Wahrheit und ich habe eine leicht melodramatische Ader. Wir werden es nie erfahren, wir werden es nie erfahren (Genauer gesagt, werdet ihr es nie erfahren. Ich weiß es ganz genau, wenn man außer Acht lässt, dass niemand Dinge genau wissen kann, weil die Welt eine reine Illusion ist - da ist sie schon wieder, die Melodramatik... Mit einer Brise philosophischem Tiefsinn* - aber ich schweife ab...)

Tatsächlich musste ich vor der Beantwortung dieser Frage schon scharf nachdenken, weil ich mich auf Anhieb an kein Buch erinnern konnte, das ich gelesen, bzw. gekauft habe, weil es in einem anderen Buch vorkam, bzw. ich es daher kannte und muss leider zugeben, dass es keine direkte Leseinspiration aus einem Buch heraus gab. 

Jedoch... (Die Rettung kommt)... Habe ich tatsächlich etwas Vergleichbares und auf die Frage Passendes erlebt. Ich habe im Wikipedia-Artikel über Die neuen Leiden des jungen W. etwas über Der Fänger im Roggen gelesen, was in diesem Buch erwähnt wird und was ich kurz darauf zufällig in der Bibliothek aufgegabelt, mich daran erinnert und es spontan mitgenommen und begeistert gelesen habe. Tatsächlich zählt Der Fänger im Roggen mittlerweile zu meinen Lieblingsbüchern und Die neuen Leiden des jungen W. habe ich immer noch nicht gelesen... Ich würde es also als eine ziemlich verrückte Verdrehung von Inspiration bezeichnen und dieses - irgendwie schon fast - Paradoxon als hinreichende Beantwortung der Frage akzeptieren. 

Ja, ich beginne über Der Fänger im Roggen zu schreiben und schon sitze ich nur noch halb kopfschüttelnd über meinen letzten Satz (im Abschnitt davor). Ich würde ja behaupten, ich benutze Worte wie Paradoxon nicht allzu oft. Aber das wäre gelogen. Und ich schäme mich kein bisschen... Bei zweitem Durchlesen hört sich der Satz nicht mehr ganz nach jemandem an, der an Donnerstagnachmittagen zum Debattierclub geht (Was ich nicht tue! - was aber durchaus noch passieren kann...) und anschließend drei Stunden Hesse auswendig lernt (Was ich nicht tue! - jeder weiß, ich habe andere Lieblingsschriftsteller) und Heine rezitiert (Was ich viel zu oft tue, ich geb's ja zu...). Und jedenfalls darf der Satz jetzt stehen bleiben und dieser Abschnitt war sinnlos, aber sprachlich eigentlich ganz nett. Wer's blöd findet, soll sich eine Zeitmaschine suchen, fünf Minuten zurückreisen und ihn beim Lesen überspringen (Was irgendwie keinen Sinn machen würde, weil ihr ihn dann ja sowieso schon gelesen hättet. Und ernsthaft: Ihr habt eine Zeitmaschine! Es gibt wirklich wichtigere Dinge, die man damit machen kann.)... Oder einfach aufhören meinen Blog zu lesen. Aber nein, ihr habt damit angefangen... Es gibt keinen Weg zurück... Bis in alle Ewigkeit... *muhahahaha*

Bevor ich jetzt weiter Abschnitte schreibe, die zwar amüsant, aber vollkommene Zeitverschwendung sind (Aber mal ehrlich: Gibt es etwas schöneres, als eine richtig gute Zeitverschwendung? - Denkt mal drüber nach.), will ich noch etwas loswerden: Ich habe schon Bücher gelesen, bei denen ich richtig, richtig, richtig gern Bücher, die in den Büchern erwähnt wurden, gelesen hätte. Wirklich. John Green, ich kann mir nicht vorstellen, die Einzige zu sein, die Ein herrschaftliches Leiden (obwohl dieser Titel wirklich ein bisschen melodramatisch - und anbetungswürdig! - ist) wirklich irgendwann lesen will. Zeit eine Petition zu starten. Jippie!

Uuuuund (oh, wie ich diese Überwucht - ich bezweifle, dass dieses Wort existiert - an gleichen aneinandergereihten Buchstaben gleichermaßen liebe und hasse) ich werde mir demnächst Brief an ein christliches Land von Sam Harris kaufen und es dann höchstwahrscheinlich auch lesen. Und diese Buchempfehlung habe ich tatsächlich aus einem anderen Buch, welches ich momentan sogar re-reade, um es hoffentlich bald rezensieren zu können (Der Herr ist kein Hirte von Christopher Hitchens). Aber wie gesagt: reine Zukunftsmusik. 

Und bevor ich mich noch weiter tot-tippe - (hehehe) - höre ich jetzt auf und mach mir einen Tee. 

Liebe Grüße,






* gibt es eigentlich auch nicht-tiefsinnige Philosophie?!

Kommentare:

  1. ^^Ja, ich glaube, dieses 'Paradoxon' kann man als Beantwortung der Frage geltend machen. ;P "Der Fänger im Roggen" ist auch so ein Buch, das ich gerne noch lesen würde (wie so vieles!). Mir ist aufgefallen, dass bei dieser Frage heute ziemlich häufig Klassiker (der Weltliteratur) genannt werden.
    Bei mir selbst war es auch "Anna Karenina", die ich gelesen habe, weil es in "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera vorgekommen ist. Die Protagonistin Teresa hat das Buch darin immer mich sicher herumgetragen, weil sie es so geliebt hat. Auch ihren Hund hat sie danach benannt (Karenin). - Tja, so weit kann 'Buchliebe' gehen... *lach*

    Ich glaube, ich muss dir was gestehen: "Ein herrschaftliches Leiden" gibt es gar nicht. Das habe ich damals nämlich auch unbedingt lesen wollen, weil es so oft genannt wurde, und dann habe ich es gegoogelt und festgestellt, dass das ein erfundener Titel ist. :D Also kannst du dieses Buch gleich mal von deiner Liste, wenn du denn eine hattest (vielleicht ja auch nur im Kopf), streichen.^^

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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    1. Huhu du :)

      Ich schätze, dass liegt daran, dass Charaktere in Büchern mehr Tiefe bekommen und wir sie für viel schlauer halten, wenn sie sich mit den großen Klassikern der Weltliteratur beschäftigen, statt mit irgendwelchem "leichteren" Stoff :D
      Und ich muss wirklich sagen, dass "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" so ein Buchtitel ist, den man sich genüsslich auf der Zunge zergehen lassen kann. Reiche Poesie in einer einzigen Zeile. Manche Autoren können wirklich, wirklich gut Titel aussuchen ^^

      Ich weiß, dass es das Buch nicht gibt (auch ich bin gleich nach "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" an den Laptop gestürzt und hab nachrecherchiert). Deshalb ist mein Plan a) eine Petition oder b) berühmt zu werden, in die Nähe von John Green zu kommen und ihm einreden, dass er umbedingt "Ein herrschaftliches Leiden" schreiben muss.
      Und - nebenbei bemerkt - ist das vielleicht eine der mir liebsten Sache an Geschichten: Wenn Autoren eigene Geschichten in der Geschichte erfinden und diese dann praktisch als aus der Geschichte herausgegriffen veröffentlichen (wenn du verstehst, was ich meine), z.B. die beiden kleinen Bücher von J.K. Rowling aus Harry Potter etc. - das finde ich immer richtig toll. Und wenn John Green das irgendwann mal in Erwägung ziehen solle, werde ich ein sehr glückliches, sehr vor Freude durch die Gegend rollendes Fangirl sein. Aber bis dahin bleibt nur die Hoffnung :P

      Liebe Grüße ^^

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  2. Mit "Die neuen Leiden des jungen W." hast du meiner Meinung nach nix verpasst - ich fand den Protagonisten absolut unerträglich. :-p

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    1. Oh ja. Das ist ein großes Problem, wenn der Protagonist unsympathisch ist. Hatte ich auch schon und ob man will oder nicht: Das versaut einem manchmal echt das ganze Buch. Habe schon Bücher abgebrochen, weil mich die Protagonisten genervt haben.

      Danke für die "Warnung" :P

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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