12/14/2015

Montagsfrage: Bist du mit Büchern kritischer geworden, seit du bloggst?


Hallo meine Lieben!

Zu früher Stunde (ich bin gerade noch ein letztes Mal über meine Latein-Vokabeln gegangen und wollte jetzt, bevor ich mich endgültig ins Bett verabschiede, nur noch mal schauen, ob die Montagsfrage schon online gegangen ist) melde ich mich heute mit der Beantwortung einer gar nicht so leichten Frage zurück. Heute mal mit besonderem Augenmerk auf's Bloggen an sich, aber seht selbst: 


Bist du mit Büchern kritischer geworden, seit du bloggst?


Das ist wirklich eine sehr gute Frage, auf die ich erst mal einen Moment in mich gehen und nach der passenden Antwort kramen musste. Jetzt blogge ich schon mit (mehr oder weniger vorhanden) Regelmäßigkeit über ein Jahr lang und sitze nun hier, irgendwann halb eins in der Früh, habe zur Hälfte noch komische lateinische Worte (occupare und persuadere vor allem) im Kopf herumschwirren und stelle fest, wie sehr einen eine kleine Frage doch über seine ganze "Blogger-Laufbahn" ins Grübeln bringen kann.

Desto länger ich darüber nachdenke, desto mehr tendiere ich zu einem "Ja" - das Bloggen hat mein Lesen, um erst mal das klarzustellen, natürlich verändert. Ich suche jetzt viel intensiver nach Zitaten, auf die ich eingehen kann und lege mir schon beim Lesen eines Buches Aspekte zusammen, die ich gern in eine Rezension bringen will. Man setzt sich (beziehungsweise: ich setze mich - wie es anderen damit geht, kann ich ja ohne die restlichen Montagsfrage-Antworten nur schwer beurteilen) viel intensiver mit einem Buch auseinander, wenn man im Hinterkopf hat, dass man seine Meinung dazu eben sprachlich einkleiden und in die Weiten des Internets hinausschubbsen muss. Und daraus folgt irgendwo auch, um auf die eigentliche Frage zurückzukommen, dass man durchaus kritischer mit Büchern umgeht. Wenn mir früher ein Buch richtig gut gefallen hat und ich in den Fangirl-Mode gegangen bin, war das nur für mich. Eine reine subjektive Empfindung, die keinen außer mich selbst oder höchstens Familie und Bekannte aufgrund von Empfehlungen beeinflusst. Wenn ich heute ein Buch toll finde (oder schlecht) und ich will es hier via Rezension etc. mitteilen, gehe ich beim Verfassen von Texten immer davon aus, dass vielleicht irgendwann mal irgendwer ein Buch auf meine Empfehlung hin liest (oder eben nicht). Es besteht also die Möglichkeit, dass jemand sein hart verdientes Geld für ein Buch ausgibt, das ich empfohlen habe (Was sicherlich noch nicht vorkommen ist - aber mal so rein hypothetisch. Ich kaufe auch manchmal, weil ich durch andere Blogger auf etwas aufmerksam gemacht wurde.) und in diesem Moment habe ich die Verpflichtung, eben auch Schwachstellen von Büchern aufzuzeigen und auch Bücher, die ich alles in allem sehr gut finde, zu bemängeln, wenn es nötig ist, also irgendwo ein bisschen Objektivität in das ganze subjektive Geschreibsel mit reinzubringen, damit man einen "Reinfall" so gut wie möglich ausschließen kann. Es wäre mir ein Graus, "nett" zu einem Buch zu sein und dann meine kleine aber feine Leserschaft damit zu betrügen.

Auf der anderen Seite habe ich aber immer auch die Autoren im Hinterkopf. Also ich versuche auch nicht unfair zu sein und mich zu stark in subjektive Empfindungen hineinzusteigern, weil Schreiben macht viel Zeit und Herzblut weg und einen gewissen Ton sollte man immer wahren. Hatte ich (glücklicher Weise) bisher noch nicht nötig, weil ich keinen wirklichen "Reinfall" unter den rezensierten Büchern hatte, aber falls es mal soweit kommen sollte, stelle ich mir die Balance zwischen "Fair zum Leser" und "Fair zum Autor" sein sehr kompliziert vor. Gerade weil ich ja bekannt für meine Gefühlsausbrüche bezüglich bestimmten Werken bin und ich es auch vollkommen in Ordnung finde, sich über Dinge aufzuregen. Aber man muss am Ende auch da aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Ist ja nicht jeder so ein emotional instabiles Bücher-Junkie-Wrack wie ich :D (Harry Potter 5 ist nie passiert).


So. Das war sie jetzt für's Erste. Meine Antwort auf die Montagsfrage. Ich hoffe, ihr versteht meine Position (die Logik derer kann ich nämlich zu so später/früher Stunde nur ziemlich schwer abschätzen xD) - ich bin auf jeden Fall gespannt, auf die restlichen Antworten, weil das Thema doch ganz schön interessant ist.


Alles Liebe,
Antonia


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Kommentare:

  1. Antonia!
    Ich bin etwas zu faul, einen langen Kommentar zu schreiben und müsste eigentlich lernen, aber kurz will ich trotzdem kommentieren. Ich denke, ich verstehe deinen Standpunkt und sehe das ähnlich wie du. Harry Potter 5 ist übrigens passiert. Da bin ich mir sicher.
    Wie du habe ich auch noch kein so schlechtes Buch rezensiert, aber wenn das mal vorkommt, versuche ich fair zu bleiben, doch trotzdem meine Meinung zu sagen. Als Autor würde ich schon gerne wissen, was ich besser machen könnte.
    Vale!
    Sally

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    1. Huhu :)

      Man merkt eindeutig bei der Länge des Kommentars (so im Vergleich), dass wir beide lange Montage haben xD (wenn ich mich jetzt nicht vollkommen irre :D)

      Wo wir es gerade von Harry Potter haben... Ich hoffe, du hast den zu "Fantastic Beasts and Where to Find Them" schon gesehen, weil ich sterbe hier gerade einen ABSOLUTEN Fangirl-Tod.

      Das stimmt. Man muss ja nicht pampern (ich liebe dieses Wort). Aber es ist schon schwer, da den richtigen Ton zu treffen. Also, wenn man wirklich mal kritisieren muss. Schwärmen ist ja easy ^^

      Alles Liebe,
      Antonia

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    2. Salve!
      Ja, mein Montag ist lang.
      Mein Kopf ist wieder voller Latein. Latein, Latein, Latein. Überall Wörter und Formen und Endungen und noch mehr Wörter. Ich kann einfach gar keine Vokabeln. Und Grammatik. Wird aber schon klappen, letztes Mal ist es besser als erwartet ausgefallen...
      Ich habe ihn schon gesehen. Wobei erst, nachdem ich in deinem Kommentar gelesen habe, dass es ihn schon gibt. Ich sterbe zwar keinen Fangirl-Tod, doch sieht es schon mal gut aus.
      Und wo wir gerade von anschauen und Fangirl sprechen... Ich bin jetzt mit den drei Staffeln Sherlock durch und warum gibt es da nur neun Folgen? Waruuuum? Staffel 4 sollte möglichst bald rauskommen...
      Liebe Grüße,
      Sally

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    3. Weihnachtsspecial kommt (zum Glück!) am 01.01.2016 raus - wenn ich richtig informiert bin. 4. Staffel wird hoffentlich bald gedreht, kommt ja erst Ende 2016. Willkommen in der 9-Folgen-Sherlock-Hölle.

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  2. Hallöchen Antonia,

    ich muss erst mal sagen: Ich find dich herrlich! Und Respekt, dass du es MONTAG FRÜH schaffst, dich auf Latein zu konzentrieren. "occupare" heißt "sich kümmern" oder?
    Und dann zu deinem Text:
    Meine Güte, du hast viel geschrieben. Aber es ist alles nachvollziehbar, das kann ich dir schon mal sagen. =) Und ich kennen deinen inneren Streit. Besonders bei Rezensionsexemplaren von den Autoren habe ich immer so meine Probleme. Ich kenne die Autoren und weiß, wie nett sie sind. Und dann muss ich was kritisieren und kann nicht die Punktzahl geben, die sie eigentlich schon aufgrund ihres Seins verdienen. Ich habe dann immer ein schlechtes Gewissen.
    Irgendwie frage ich mich grad, wie dein Blog mir entgehen konnte ... =D
    Und als letztes:
    Whoaaaa, scheiße, sieht der gut aus. Ich habe mir immer bei Adam Lambert jemand komplett anderen vorgestellt ... Aber ... Ich bin sprachlos! <3 <3 <3

    Alles Liebe
    Luz

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    1. Hallo Luz :)

      Ja, so bin ich eben. Vorbildlich und pflichtbewusst (und offensichtlich im Besitz eines Synonymwörterbuchs - diese Begriffe sind hart an der "Doppelt-Gemoppelt-Grenze" xD). (Eigentlich bin ich das übrigens nicht. Ich müsste nämlich nicht um eins noch mal über Vokabeln gehen und Posts schreiben, wenn ich mich Nachmittags oder gleich nach dem Aufstehen dran setzen würde. Aber nun gut...)

      "occupare" heißt "besetzen" (ich war leicht irritiert, weil die Lektion, die ich gelernt habe auch "consulere" beinhaltete, was "sorgen für (jmd.)" bedeutet und ich mir sicher war, dass occupare was anderes heißt, aber sich irgendwie mit der consulere-Bedeutung vermischt hat - deshalb hab ich jetzt extra noch mal nachgeguckt). Aber ich glaube, dass du mich kurz nach der LK hättest Fragen können und ich hätte dir auf Frage nach der Bedeutung "Blumentopf" geantwortet. Habe noch eine Woche Schule und mein Kopf ist jetzt nach der letzten Mathe-LK heute endgültig in Ferien-Stimmung xD

      Bevor ich es übrigens über Lateinvokabeln vergesse: Ich finde es sehr herrlich, dass du mich herrlich findest. Und das nicht nur, weil es einfach schön ist, sondern weil "herrlich" eins meiner absoluten Lieblingsworte ist. Musste mal gesagt werden.

      Und bevor ich zum eigentlichen Kern dieses Kommentars komme: Bin sehr froh, WIE nachvollziehbar das doch alles war. Beim Schreiben bin ich geistig auf einer anderen Ebene (vor allem vor dem Schlafengehen). Ich bin selbst immer überrascht, was für nettes Zeug doch manchmal bei rauskommt. (Ernsthaft. Nach jedem Deutsch-Aufsatz wieder.)

      Und jetzt die eigentlich wichtigen Sachen: Adam Lambert. OH MEIN GOTT JA! Ich habe schon seit einiger Zeit einen anderen Ohrwurm, aber Herrgottimhimmel, der Mann trägt zum ästhetischen Mehrwert dieses Blogs bei und ich kann mich noch nicht von ihm trennen. (Schön, dass ich damit deinen Nachmittag bereichern konnte ^^)

      Alles Liebe zurück,
      Antonia

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    2. Hallöchen Antonia,

      ich würde mal sagen besser spät als nie. =D Du schaffst es ja noch vor dem Schlaf. Ich muss mich mal runter machen. Bei mir: Zwei Stunden vor der Arbeit. Waaaas? Wir schreiben eine Arbeit? Fuck!!! Na ja, auch egal. Solange es hinterher funktioniert, meckern ich nicht rum und beschwer mich kein bisschen. Und die Lehrer auch nicht. Und ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass es am meisten hilft, direkt vor der Arbeit zu lernen.

      Bei "occupare" dachte ich nur an das Französische "s' occuper". Das heißt nämlich "sich kümmern". Aber hey, jetzt habe ich definitiv etwas sehr wertvolles gelernt. =D Damit werde ich gleich mal in der nächsten Lateinstunde im neuen Jahr glänzen. =P Und wie kommst du auf Blumentopf? Ist das so eine Universalantwort wie "weil Baum"? (Dazu gibt es übrigens einen Stupidedia-Artikel, falls es dich interessiert!)

      Jap, "herrlich" ist ein sehr schönes Wort, das ich irgendwie nur anwende, wenn ich Personen unglaublich mega geil finde. =) Du darfst dich also geehrt fühlen. Nein, ehrlich. Mein Lieblingsfilm bekommt nur ein "hammergeil".

      "Nettes Zeug"? *guck irritiert den Laptop an* Schreibst du auch unnettes Zeug? Wenn ja, Respekt! Vor allem in Deutsch. Schafft nicht jeder! *hust*Hab letztens Schiller beleidigt.*hust*

      Jap, der Typ ist definitiv wichtig. Und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. =D Welchen anderen Ohrwurm hast du denn?
      Und nochmal zurück zu Adam Lambert. Nein, nein, der Blog hat auch so viel Schickes! *nick dümmlich grinsend* Aber so ein Mann gibt einem noch immer so einen Extra-Kick. Für mich war das direkt ein Schock, als ich den das erste Mal im Musikvideo gesehen hab. =D

      Alles Liebe und einen schönen Mittwoch
      Luz =)

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    3. Huhu :)

      Das mit dem "solange es funktioniert" ist auch meine Devise. Meistens geht es ja gut, aber bei größeren Prüfungen ist Gewohnheits-Faultier zu sein manchmal ein bisschen ungünstig (ich spreche aus Erfahrung).

      Ja, in dem Sinne könnte man das mit dem Blumentopf sozusagen als mein persönliches "weil Baum" verstehen. Blumentopf ist aber an sich ein herrliches Wort und gehört definitiv öfter verwendet. Dazu trage ich damit auch offiziell bei.

      Es freut mich sehr, dass ich es auf deiner Skala bis zum "herrlich" hoch geschafft habe. Nein, ehrlich, das ehrt mich. (Oh, der letzte Satz hatte einen eindeutig interessanten Sprachrhythmus.)

      Mach dir nicht's draus. Jeder hat irgendwann mal einen Deutsch-Aufsatz verhauen (*hüstel* Figurencharakteristik Kabale und Liebe in der 9. Klasse *hüstel*) und Schiller beleidigt (ich habe den Handschuh so gehasst, dass ich ein Hass-Gedicht über den Handschuh geschrieben habe. Wo das abgeblieben ist, weiß ich allerdings nicht mehr. Aber es hat mal existiert.)

      Im Moment höre ich "Tonight" von Reamonn rauf und runter und "Learning to Fly" von Tom Perry. Ich bin 90% des Tages am Musik-Hören, also da ist noch lang nicht Schluss mit Ohrwürmern - aber das sind sozusagen die primären ^^

      Liebe (verspätete) Grüße,
      Antonia

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  3. Hallo Antonia :)

    Hui, mitten in der Nacht solche geistigen Ergüsse, Respekt xD Ich kann deinen Standpunkt wirklich gut verstehen und auch ich lese definitiv anders, seit ich blogge. Ob das jetzt wirklich kritischer ist, oder ob man sich einfach intensiver mit dem Gelesenen auseinandersetzt, kann ich jetzt auch nicht so genau sagen ;)

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

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    1. Huhu ^^

      Ich bin sozusagen einen Tag nach den geistigen Ergüssen selbst davon überrascht :D - Nachts wird mein Gehirn aktiv (was im starken Konflikt mit meinem starken Schlafbedürfnis steht...). Wenn du wüsstest, was ich manchmal zu unchristlichen Uhrzeiten für tiefgründige Essays raushaue und dann am nächsten Morgen aufwache und überhaupt keine Ahnung habe, wie genau das zustande gekommen ist xD

      Alles Liebe~

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  4. Mich hat die Montagsfrage nich losgelassen XD Mich als Rezensentin hat das Bloggen wenig verändert, weil mein Ideal davon unabhängig ist: Ich konnte in der Schule nicht "interpretieren", also "Bücher deuten" Diese Fähigkeit hat sich langsam entwickelt, indem ich mit Autoren über Geschichten geredet habe, und meinem GEfühl vertraut habe. Diese Fähigkeit möchte ich ständig weiterentwickeln und das drückt sich durch den Blog aus. Der Blog zeigt vor allem das WIE - wie präsentiere ich Infors, sodass Leser glücklich sind?

    Für mich zählt "Fair zum Autor" :-) Ich glaube, ich spreche eher den Autor an und deswegen verdient er es, dass ich sein Werk nett bespreche - besonders, dass ich Vorwürfe vermeide. Leser und Autoren sind für mich auch im Internet wie reale Menschen :P

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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