4/18/2016

Montagsfrage: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?


Ich melde mich wieder von der Abiturvorbereitungs-Front zurück. Nachdem ich gestern den ganzen Tag mit der Fertigstellung meiner Biozusammenfassung verbracht habe (ist schon die halbe Miete, wenn man alles so noch mal durchgeht) und ich tatsächlich genug Selbstbeherrschung hatte, vor Panik nicht in Tränen auszubrechen, kann es dann heute noch mal richtig in die Intensiv-Lernphase gehen. Was für ein Spaß. Glaubt mir, ich könnte mir meinen Montag auch mit wesentlich interessanten Dingen als "Die Zelle als lebendes System" und "Stoff- und Energiewechsel" vorstellen. Aber wie sagt man so schön? Was muss, dass muss. Also nicht rumgemeckert, sondern rangeklotzt. Das rocke ich am Freitag (hoffe ich zumindest). (Und am Montag danach rocke ich auch noch Geschichte.) (Und Englisch wird im Gegensatz zu Bio und Geschichte am Freitag und Montag dann ja fast schon ein Spaziergang.) (Optimismus, meine Freunde, Optimismus!)

Aber jetzt wird erst mal ein paar Minuten verdrängt, dass mir mein Gehirn gerade irgendetwas über Prokaryoten und Eukaryoten erzählen will und über Osmose, also die gerichtete Diffusion durch eine semipermeable Membran und GOTTVERDAMMT JETZT IST ABER MAL GUT, KOPF. (Der letzte Abschnitt hört sich fast schon danach an, als ob ich in Bio wüsste, was ich tue, und nicht nur ein verirrtes Küken bin, durch Winde in die Welt hinfortgetrieben wie Laubblätter im Herbst.) (Was für eine subtile Metapher.) (Und ein subtiles Wortbild.) (Mein Gehirn kram gerade schon nach der biologischen Erklärung vom Abfallen von Laubblättern im Herbst. Jetzt ist aber echt mal gut hier.)


Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?


Oh man, wie soll ich euch jetzt mein Gehirn erklären. Das kann jetzt schon ein bisschen interessant werden. Also erst einmal: Ja, ich stelle mir Dinge vor, wenn ich lese und das passiert auch ganz automatisch. Wäre für mich viel zu anstrengend, wenn ich mich permanent selbst dazu zwingen müsste, irgendetwas vor meinem inneren Auge zu entwickeln. Da wird man ja kirre. 

Allerdings - und hier wird es interessant - sind es bei mir - ja - teilweise Bilder, aber viel öfter abstrakte Vorstellungen. Bin ich damit allein? (Höchstwahrscheinlich, ich bin ja auch komisch.) (Aber vielleicht auch nicht, dann fühlt euch frei euch als Abstrakt-Denker zu outen.) - Ich meine mit abstrakten Vorstellungen übrigens keine Bilder von Kandinsky. Ich sehe keine umherfliegenden Farbkleckse, so weit ist es dann auch noch nicht - keine Sorge. Unter "abstrakt" verstehe ich, dass ich die Dinge nicht sehe wie einen Film auf der Leinwand, sondern das, was hinter dem Film steckt. (Nein, nicht die Kamera.) Praktisch: Wäre meine Vorstellung ein Actionfilm, dann sehe ich keine umherfliegenden Autos, sondern konzentriere mich viel mehr auf das Gefühl, wenn etwas in die Luft fliegt. Die Angst, das Adrenalin und so weiter. Versteht ihr, was ich meine? Besser kann ich es wirklich nicht erklären.

Wenn ich mir dann richtige "Bilder" ausmale (ob jetzt - nur mal nebenbei bemerkt - bei einem Buch oder einfach nur mal so), sind es ganz oft Szenenabschnitte wie im Traum. Verwischt und undeutlich, aber man weiß tief innerlich, was damit gemeint ist. Als würde man von allen Charakteren nur die Umrisse sehen, so ist das bei mir. Mein eigenes Gehirn überlässt also mir selbst - und damit sich selbst - die genaue Vorstellung. Ja, wieso auch nicht. Darüber könnte ich verrückt werden. Wenn man immer nur die groben Umrisse seiner eigenen Buchcharaktere sieht, das ist schon ein bisschen deprimierend. Aber vielleicht geht es euch ja auch so.



Ich hoffe, ihr fandet diese Beschreibung jetzt nicht allzu verwirrend und konntet mir ein bisschen folgen. Wenn ihr diese Frage ebenfalls beantworten wollt, dann besucht doch hier den Beitrag von Buchfresserchen, unter dem ihr eure eigene Antwort verlinken könnt.

Alles Liebe 
(und viel Glück an meine Mitstreiter im Abi 2016 da draußen!)
Antonia

Kommentare:

  1. Guten Morgen Antonia,
    bei mir ist es unterschiedlich, wobei es in der Regel meistens immer automatisch passiert!
    Bewusst stelle ich mir das nicht vor, wenn ich ehrlich bin.
    Als ich z.B. jetzt Harry Potter gelesen habe, habe ich mir trotz dasss ich die Filme kenne, alles automatisch vorstellt wie alles aussehen würde!

    Hier ist mein heitiger Beitrag ♥

    Wünsch dir einen tollen Wochenstart.
    Katha
    PS: bin auch direkt neue Leserin auf deinem Blog geworden ;)

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    1. Huhu Katha :)

      sorry für die späte Antwort, aber ich kämpfe gerade mit Fotosynthese (nicht wortwörtlich...) und im Zuge der allgemeinen Verdrängung, wollte ich vor dem Wochenende noch schnell Kommentare beantworten. Und da bin ich nun.

      Ich freue mich sehr über deine Neu-Leserschaft auf meinem Blog. Mach es dir bequem, ab Mitte Mai geht's dann hier auch wieder richtig los :D Wenn ich ehrlich sein soll, lasse ich mich ziemlich stark von Filmen/Fanart beeinflussen (eben weil bei mir die Vorstellungen immer sehr abstrakt sind) und habe dann schnell die von anderen "vorgegebenen" Kunstwerke im Kopf. Aber da es sehr gute Fanart gibt, kann ich mir durchaus Schlimmeres vorstellen.

      Alles Liebe,
      Antonia

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  2. Huhu,
    bis bei mir Kopfkino losgeht, muss das Buch schon echt gut sein. :) Sonst fällt es mir schwer...

    Hier findest du meinen Beitrag. ♡

    Ganz liebe Grüße
    Steffi

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    1. Hallöchen :)

      Bei mir geht's eigentlich immer recht zügig mit irgendwelchen Vorstellungen im Kopf los. Was durchaus ein Vorteil ist, wenn man sich nicht irgendwelche Geschichten vorstellen muss, sondern die Natrium-Kalium-Pumpe und ihre Funktionsweise beim Ruhepotenzial oder eben die Abläufe an der Synapse (man merkt eindeutig, dass ich den Vormittag mit Neurobiologie verbracht habe...).

      Auch wenn die Antwort ein bisschen spät kommt: ganz liebe Grüße zurück,
      Antonia

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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