8/31/2016

[Classic Confessions - No. 14] "Was glaubt ihr, macht einen Klassiker letztendlich zum Klassiker?"



Ich melde mich nach einem langen Uni-Tag wieder zurück und verkünde voller Stolz, dass ich nicht spät dran bin, weil ich unproduktiv auf dem Bett herum gerollt bin, sondern - setzt euch und krallt euch an irgendetwas fest, damit euch folgende Worte nicht von komplett umhauen - ich habe mein Bad geputzt. Ja. Wahrhaftig. Mit echtem Reiniger und Eimerchen und Nachwischen und allem. Ich habe mein Bad geputzt. (Mit der Unterstützung einer Freundin, die noch bis Freitag bei mir schläft, weil sie noch auf Wohnungssuche ist.) Das ist übrigens für mich selbst so faszinierend, weil ich putzen wirklich wie die Pest hasse. Und heute extrem viel Spaß hätte. Eine halbe Flasche Hygienereiniger - kein Witz - und ihr erkennt eure eigene Dusche nicht wieder. Es ist faszinierend.

Jedenfalls. Habe ich heute metaphorisch den Staubwedel geschwungen und dabei darüber philosophiert, wie ich die oben gestellte und gleich noch einmal folgende Frage für die dieswöchigen Classic Confessions beantworten kann. Man muss - zugegeben - schon mal für Minuten in sich gehen und drüber nachdenken, weil es viele Aspekte gibt, die einem auf Anhieb vielleicht gar nicht eingefallen sind. Aber für die eigene Antwort lohnt sich die Frage wirklich. Sehr interessant. (Fand auch meine Freundin, mit der ich eben eine lebhafte Diskussion über das Thema hatte.)


Was glaubt ihr, macht einen Klassiker letztendlich zum Klassiker?


Auf diese Frage bin ich schon ein bisschen stolz, weil sie - wie bereits erwähnt - meinen Hirnschmalz wirklich ein bisschen in Anspruch genommen hat und zu genau diesen philosophisch angehauchten Fragen zählt, die ich so gut finde.

Die Sache ist nun mal die. Ein Klassiker wird letztendlich ja kein Klassiker, ohne einen Hype und ein bisschen Popularität. Das war die Antwort meiner Freundin. Aber ich finde, dass man es damit nicht so leicht machen kann. Klar, ohne gute Verkaufszahlen ist letztendlich noch kein Klassiker ein - na ja - eben Klassiker geworden. Aber letztendlich sind hohe Verkaufszahlen ja auch nicht alles. Um wirklich ein prägendes und vor allem auch ein bleibendes Buch zu sein, muss es mehr geben, als viele Exemplare im Schrank. Und hier wird es philosophisch.

Praktisch, ganz richtig, wird ein Klassiker ein Klassiker durch einen Hype. Doch für mich kann aus einem Hype auch nur ein Klassiker entstehen, wenn das Buch/die Geschichte/das Stück/das Werk an sich Ideen hat, die es wert sind nicht bereits drei Auflagen später vergessen zu sein. Es geht doch nicht darum, wie viel physisch von einem Buch bleibt, sondern wie viel in uns drin geblieben ist oder immer noch neu entwickelt wird. Es geht um Ideen, die einen umtreiben und nicht mehr loslassen und die - vor allem - auch drei Generationen später immer noch umtreiben und nicht mehr loslassen können. Es geht viel mehr um einen Hype, es geht um eine kontinuierliche Faszination. Nicht von jedem, nicht auf jeden bezogen, aber doch irgendwie vorhanden.

Sicher, man könnte die Faszination an sich noch näher betrachten und in sich analysieren. Ist es letztendlich der Plot oder die Sprache oder beides, die einen Schliff geben und die Idee salontauglich machen (weil, seien wir mal ehrlich, auch nicht jede gute Idee wird zum Klassiker) oder die Umstände, gutes Marketing und Glück um den Hype um die Idee letztendlich zu entwickeln. Es ist so viel, was eine Rolle spielt - man könnte glatt einen eigenen Roman darüber schreiben.

Und deshalb möchte ich - weil es eben so vielschichtig ist - die Dinge wie folgt zusammenfassen: Um einen Klassiker zu einem Klassiker zu machen braucht es - meiner Meinung nach - ein bisschen Vollkommenheit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es braucht einen guten Plot und eine gute Sprache und eine gute Idee und einen Hype und darüber natürlich auch gute Vermarktung an sich und letztendlich auch eine rege Konversation. Ein Klassiker wird für mich zum Klassiker, wenn all diese Faktoren zusammen kommen, die ein Buch gut machen, man ein bisschen Glück mit in den Topf schmeißt und auf ein Wunder wartet. Ich kann es nicht vollkommen erklären und bin schon sehr gespannt auf eure Antworten, aber ich kann mich momentan durchaus damit zufrieden geben, mich mit nichts zufrieden geben zu müssen. Denn das ist ja auch das tolle an Klassikern und der Faszination für sie: Ein Teil der Magie ist ja, dass man ihre Magie nie ganz durchschauen kann. Ein schöner Satz um diese Antwort abzuschließen. 


Über die Aktion


Die Aktion geht ein Jahr lang (bzw. 53 Wochen) und für jede Frage, die ihr mit einem eigen Post beantwortet und unter dem Ursprungspost auf meinem Blog verlinkt, wandert euer Name ein Mal in den Lostopf. Am Ende der 53 Wochen könnt ihr also 53 Mal in meinem Lostopf sein (oder 12 Mal, wenn ihr nur 12 Fragen beantwortet habt etc. pp.) und habt eine Chance darauf, im Juni 2017 ein fettes Bücherpaket zu gewinnen. Und mit fett meine ich fett. Lasst euch überraschen - aber seid sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

- jeden Mittwoch poste ich eine Classic-Confessions-Frage
- diese müsst ihr in einem eigenen Post beantworten und meinen Blog darin verlinken
- dann müsst ihr die URL als Link unter meinem Post teilen
- fertig, euer Name ist in den Lostopf gewandert!

Ihr habt bis zum folgenden Dienstag 23:59 Uhr Zeit, die wöchentliche Frage zu beantworten. Danach seid ihr natürlich immer noch gern dazu eingeladen, könnt aber nicht mehr verlinken und werdet nicht mehr gezählt.

Solltet ihr mal eine Woche ausgesetzt haben, ist das nicht schlimm. Ihr wandert so oft in den Lostopf, wie ihr teilgenommen habt - durch regelmäßiges Teilnehmen erhöht sich lediglich eure Chance auf den Gewinn.

Das Banner darf natürlich gern kopiert werden :)


Die komplette Vorstellung findet ihr hier und weitere Fragen beantworte ich natürlich gern in den Kommentaren.


Die Teilnehmer


a.k.a. heute Hobby-Philosophen und Hype-Analysten.

1. Lumina
2. KiraNear
3. Mikka Liest
4. Skylife

Kommentare:

  1. Heeelloooow Antonia!

    Hast du auf deine Freundin gewartet, um den Schritt zu wagen? :D

    Putzen mag ich auch nicht ú_ú Als ich in einer Eisdiele arbeitete, musste ich jeden Tag die Toiletten sauber machen und es war richtig ekelhaft T_T Zum Glück gibt es das Staub Saugen :D Das gefällt mir gut! Und seitdem wir eine Spülmachine Zuhause haben, bin ich auch viel glücklicher :D

    Achtung die Fenster nicht zu gut putzen! Bei uns ist schon passiert, dass eine Taube dagegen geflogen ist °A°

    HIER findest du meinen Beitrag für diese Woche :)

    Schöne Grüße,
    Lumina und die Putztücher

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    1. Huhu :D

      Ja, ungefähr so hat es sich zugetragen (obwohl: ich bin ja erst vor Kurzem in meine WG eingezogen und da hatte ich die Motivation einen guten Saubermach-Eindruck zu machen, zumal ich hier ein deutsches Klischee im Ausland zu verteidigen haben)

      Ich bin auch überhaupt kein Freund von jeglicher Art von Ordnung-Schaffen, aber ich hab sie gern. Und da mir ja mittlerweile niemand mehr hinterher räumt, muss ich selbst aktiv werden. (Aber wenn ich Weihnachten daheim bin, dann lass ich meine Wäsche für zwei Wochen von Mutti waschen, ha!)

      Ach du liebes bisschen. Da geht es natürlich um die Verantwortung gegenüber unserer tierischen Mitbürger. Also da muss ich das mit den Fenstern jetzt leider bewusst lassen.

      Liebe Grüße und schön, dass du wieder dabei warst :)
      Antonia

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  2. Hallo :-)

    Ich bin auch wieder dabei, was mich selbst ein wenig überrascht hat. Und ja, die Frage war echt toll^^

    http://auroramisa.blogspot.de/2016/09/classic-confessions-no-7-was-macht.html

    Lg,
    Kira

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    1. Huhu :)

      Super, dass du wieder dabei warst ^^ (Und noch viel superererer, dass dir die Frage gefallen hat :D)

      Liebst,
      Antonia

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  3. Huhu!

    Ich habe meinen Beitrag extra erst geschrieben und DANN deine Antwort gelesen, weil ich schauen wollte, wie ähnlich oder unterschiedlich unsere Antworten dann sozusagen unverfälscht ausfallen!

    Und ich glaube, im Grunde haben wir da in Vielem ganz ähnliche Ansichten.

    HIER ist mein Beitrag für diese Woche!

    LG,
    Mikka

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    1. Hallo :)

      So mach ich das auch immer, wenn ich bei irgendwelchen Aktionen mitmache oder Rezensiere - find ich viel interessanter, wenn man im Nachhinein vergleichen kann und vorher seine echten, eigenen Schlüsse wiedergibt.

      Liebe Grüße und schön, dass du dabei warst!
      Antonia

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  4. Puh, da hast du ja geradezu eine Herkulesaufgabe gestellt. Und das, wo ich doch kaum etwas über Philosophie weiß. Naja, in einigen Punkten sind uns unsere Antworten ähnlich, aber ich glaube, das hat ganz gut funktioniert. An sich aber eine super Frage.
    http://skylifeswelten.blogspot.de/2016/09/classic-confessions-no-14-was-glaubt.html

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    1. Haha, ja, aber dafür bin ich doch bekannt :D Habe als Ethik-Klassenstreber ja irgendwo auch eine Ehre zu verteidigen. Schön, dass du trotz fehlender Kenntnisse in philosophischen Fragestellungen trotzdem eine Antwort gefunden hast ^^

      Liebst~

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  5. Ich denke zu einem Klassiker gehört eine Abbildung der gesellschaftlichen Situation zu dieser Zeit, dann ein zeitloser Konflikt, der die Protagonisten antreibt und natürlich eine gute Story und eine mehr als gute Sprache.

    Ich denke Autoren, die Klassiker schrieben, sind die Sprachrohre ihrer Generation. Sie arbeiten in überaus poetischer Weise Konflikte und gesellschaftliche Konventionen heraus. Ihre Stärke liegt darinnen, dass wir in uns in diese vergangene Zeit einfühlen können und trotzdem einen Bezug durch die zeitlosen Themen zu uns Selbst finden können.

    Liebe Grüße, Anja

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    1. Ich würde mal sagen, dass könnte man getrost so als Definition in den Duden übernehmen, hört sich auf jeden Fall sehr gut an, Applaus vonseiten meiner sprachverliebten Schriftsteller-Seele und schön, dass du diese Sichtweise mit mir/uns geteilt hast (klingt wie in einer Selbsthilfegruppe, ist es aber nicht) (Oder vielleicht doch???)

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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